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04. August 2011

Die Zeit

Warum bringt kleines Werkzeug grosse Wirkung? ... mehr

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Artikel in der Spezialausgabe
"Wie wird geforscht in Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt" des Zeitverlags am 04. August 2011

Warum bringt kleines Werkzeug grosse Wirkung?
Der länderübergreifende Cluster "Life Science Mitteldeutschland" erforscht neue Medikamente, Diagnostika und medizinische Geräte.

Das Axolotl, auch bekannt als mexikanischer Schwanzlurch, kann etwas, wovon Menschen nur träumen können. Die Amphibie ist bekannt dafür, dass sie ihr Leben lang die Gestalt einer Larve behält, trotz ihrer Geschlechtsreife also optisch nie erwachsen wird. Und dafür, dass sie komplette Gliedmaßen wie Beine, Schwanz, Augen, Kiefer regenerieren kann. Doch was verleiht ihr diese Fähigkeit und warum sind Menschen beim Verlust eines Körperteils nicht dazu in der Lage? Am "Center for Regenerative Therapies Dresden" (CRTD) arbeiten Biowissenschaftler und -wissenschaftlerinnen der Technischen Universität Dresden mit einer Reihe von Unternehmen an stammzellbasierten Verfahren zur Gewebebildung. Das CRTD wird als Exzellenzprojekt von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert. Gelingt es den Forschern, die Regeneration von Geweben und Organen zu fördern, kann man in Zukunft bislang kaum heilbare Krankheiten therapieren. "Bei einer Hautverbrennung zum Beispiel werden körpereigene Stammzellen des Patienten als Wachstumsfaktor genutzt, so dass man die Selbstheilungskräfte auf neue Weise nutzen kann", erklärt Martin Pohle. Er ist Manager des Clusters Life Science Mitteldeutschland.

Das Axolotl ist ein Beispiel für die Arbeit der medizinischen Fakultäten und Medizinunternehmen, die gemeinsam in dem länderübergreifenden Cluster Life Science Mitteldeutschland an neuen Medikamenten, Diagnostika oder medizinischen Geräten für die Zukunft forschen. "Wir stärken den Technolgietransfer und die regionale Vernetzung der Biotechnologie- und Life-Science-Branche in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt" sagt Martin Pohle. "Durch einen gemeinsamen, überregionalen Ansatz regen wir Konzepte, Kommerzialisierungsideen und Geschäftsmodelle an." Der Cluster wird durch vier eigenständige Organisationen getragen und durch eine Fördermaßnahme des Freistaates Thüringen co-finanziert.

"Wir bringen den Standort Mitteldeutschland nach vorne mit der Bündelung unserer Kräfte", betont Martin Pohle. "In der Region gibt es viele kleine und sehr junge Unternehmen, die - anders als in München oder Berlin - über einen großen Raum verstreut sind." Der Cluster muss daher die Kooperation von Forschung und Wissenschaft intensiver als andernorts unterstützen. Seit fünf Jahren arbeiten die Partner und ein ehrenamtliches Gremium an verschiedenen Fachthemen zusammen. Beteiligt sind die Wirtschaftsinitiative für Mittel-
deutschland GmbH in Leipzig, medways e.V. in Jena, BIO-NET Leipzig Technologietransfergesell-
schaft mbH und die BIO Mitteldeutschland GmbH in Halle. Erste Erfolge der mitteldeutschen Biotechno-
logie-Szene sind bereits sichtbar: Das Leipziger Unternehmen VITA34 extrahiert Stammzellen aus Nabelschnurblut, um etwa Leukämie durch patient-
eneigene Stammzellen schneller therapieren zu können. Mittelweile ist das Unternehmen an die Börse gegangen.