Archiv 2002

Ophthalmologische Nachrichten Ausgabe 12/2002

Medica 2002 - Preise für ophthalmologische Projekte

Neuer Besucherrekord, großes internationales Interesse, gute Stimmung: Die 34. Medica, hat der schlechten wirtschaftlichen Stimmung getrotzt. ...
... Zwei ophthalmologische Teams waren unter den Gewinnern des Innovationswettbewerbs zur Förderung der Medizintechnik des Bundesforschungsministeriums. Ausgezeichnet wurde die transpupilläre Thermotherapie zur Behandlung der altersbedingten Makuladegeneration. Ralf Brinkmann vom Medizinischen Laserzentrum Lübeck arbeitet mit einer Gruppe von Forschern an einer Optimierung des Verfahrens: über Temperaturmessungen während der Operation und einer Rückkopplung soll die Laserleistung individuell den Gegebenheiten im Auge angepasst werden ... Ein bildgebendes Verfahren, das zur Früherkennung der AMD die zeitaufgelöste natürliche Fluoreszenz bestimmter Stoffe im Augenhintergrund nutzt (einer Forschungsgruppe der Augenklinik der Universität Jena in Kooperation mit OphthalmoInnovation / Anmerkung des OIT), wurde ebenfalls mit dem Innovationspreis ausgezeichnet (siehe ON 11/2002, S. 19)
132600 Fachbesucher (Vorjahr: 127500) besuchten die Medica, um sich über die neuesten Produkte, Dienstleistungen und Verfahren für die ambulante und stationäre Versorgung zu informieren. Dies ist nach Angaben der Veranstalter das beste Ergebnis in der Geschichte der Veranstaltung. Knapp ein Drittel waren internationale Besucher, viele kamen vom amerikanischen Kontinent und aus Asien an den Rhein.
(jp)


Thüringer Allgemeine vom 21. November 2002

Forschen gegen die Erblindung im Alter

Zwei Jenaer Forschergruppen sind gestern auf der Messe Medica in Düsseldorf mit dem Medizintechnikpreis des Bundesforschungsministeriums ausgezeichnet worden. Insgesamt gingen elf Forschergruppen als Sieger aus dem Innovationswettbewerb hervor. Das Ministerium fördert die unter 145 Bewerbern ausgewählten Projekte mit insgesamt zwei Millionen Euro Preisgeld. Das Geld soll dazu beitragen, die Projekte marktreif zu machen. Wissenschaftler vom Jenaer Fraunhofer Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik entwickeln zusammen mit dem Kardiologenteam um Prof. Hans-Reiner Figulla von der Uniklinik Jena eine technische Lösung, die die Implantation von Herzklappen vereinfacht. Die Herzklappen können so vorbereitet und an einem so genannten Stent (Gefäßstütze) befestigt werden, dass sie ohne die belastende Brustkorböffnung eingeführt werden können. Der technische Hintergrund sind Stents aus einem speziellen Metall mit "Erinnerungsvermögen". Sie tragen das Implantat und werden per Spezialkatheder durch die 8 bis 10 Millimeter große Beinschlagader bis zur Herzkammer vorgeschoben, um sich dort entsprechend ihres "Erinnerungsvermögens" auf eine vorbestimmte Form zu entfalten. In etwa zwei Jahren soll das Verfahren klinikreif sein.
Die zweite preisgekrönte Jenaer Forschungsgruppe arbeitet an einem Verfahren zur Früherkennung der altersbedingten Makuladegeneration. Diese Krankheit, die zur vollständigen Erblindung führt, betrifft den Bereich der Netzhaut, in dem sich der Punkt des schärfsten Sehens befindet. Der Auslöser der Krankheit und die Ursachen des mit ihr einhergehenden Absterbens der Lichtrezeptoren sind weitgehend unbekannt.
Ziel des Forscherteams um Dr. Dietrich Schweitzer, der den Bereich Experimentelle Ophthalmologie an der Augenklinik der Universität Jena leitet, ist es, die Krankheit in einem sehr frühen Stadium aufzuspüren. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass ein krankhaft gestörter Stoffwechsel zur Makuladegeneration führt. Bekannt ist, dass sich unter anderem das Pigment Lipofuszin im Alter im Gewebe der Netzhaut anreichert und die Lichtrezeptoren schädigt.
Das Team und seine Kooperationspartner vom Jenaer Kompetenzzentrum Ophthalmo-Innovation machen sich zu Nutze, dass Pigmente und andere Substanzen in der Netzhaut schwach fluoreszieren. Wird der Augenhintergrund mit kurzen Laserpulsen beleuchtet, so werden die Stoffe zur Fluoreszenz angeregt und strahlen für eine Zeitspanne im Bereich von Nanosekunden zurück.





Ophthalmologische Nachrichten Ausgabe 11/2002

Auszeichnung auf Medica verliehen - Innovationspreis für Jenaer Ophthalmologen
Ein neues bildgebendes Verfahren zur Frühdiagnose der AMD nutzt die zeitaufgelöste natürliche Fluoreszenz.

Die zeitaufgelöste natürliche Fluoreszenz des Augenhintergrunds lässt sich als Diagnosehilfe zur Früherkennung der altersbezogenen Makuladegeneration (AMD) nutzen. Eine Forschergruppe des Bereichs Experimentelle Ophthalmologie an der Augenklinik der Universität Jena, die ein darauf beruhendes Verfahren entwickelt, wurde am 20.November während der Medica mit dem Preis für "Schlüsselexperimente" innerhalb des Innovationswettbewerbs zur Förderung der Medizintechnik ausgezeichnet. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat den Preis mit 200000 Euro dotiert.
Die Forscher gehen davon aus, dass ein krankhaft gestörter Stoffwechsel zur Entstehung der AMD führt. Bekannt sei, dass sich Lipofuszin im Alter im retinalen Pigmentepithel anreichere und die Photorezeptoren schädige. Dr. Dietrich Schweitzer, Leiter des Bereichs Experimentelle Ophthalmologie an der Augenklinik der Universität Jena, erläutert: "Wir konzentrieren uns zur Zeit darauf, bestimmte Parameter des Stoffwechsels in der Netzhaut messtechnisch zu erfassen, bevor sich die Krankheit manifestiert hat. Pigmente und andere Substanzen in der Netzhaut, wie zum Beispiel Coenzyme, weisen eine schwache Autofluoreszenz auf - man nennt sie daher auch 'natürliche Fluorophore'. Beleuchten wir den Augenhintergund mit kurzen Pulsen bei einer bestimmten Lichtwellenlänge, werden diese Stoffe zur Fluoreszenz angeregt und strahlen für eine Zeitspanne im Bereich von Nanosekunden zurück. Die Differenzierung, sowie die Änderungen und Verteilung dieser Fluorophore im lebenden Auge sind ein wichtiger Hinweis auf das Entstehen einer Erkrankung." Die Randbedingungen sind schwierig: Einerseits ist das Auge stets in Bewegung, was sehr kurze Messzeiten erfordert, andererseits dürfen Netzhaut und Lichtrezeptoren durch das Laserlicht nicht geschädigt werden. Zudem ist das Fluoreszenzlicht der unterschiedlichen natürlichen Fluorophore extrem schwach. Schweitzer und seinem Team gelang es, die schwache Fluoreszenz des Lipofuszins und weiterer Fluorophore zeitaufgelöst zu messen und sie voneinander zu unterscheiden. Die ist wichtig, weil sich im Verlauf der Krankheit das Verhältnis der Fluorophore zueinander ändert. Ziel der nun anlaufenden Studie ist es, die gemessenen Fluoreszenzen exakt den Fluorophoren zuzuordnen, die für den Stoffwechsel des erkrankten Auges und für den Verlauf der Makuladegeneration charakteristisch sind.
Erste Ergebnisse zeigen, dass die Fluoreszenz-Signale in klinisch verwertbare Bilder umsetzbar sind. So besteht die Möglichkeit, eine zweidimensionale und zeitlich aufgelöste Darstellung der Autofluoreszenz des lebenden Auges zu erhalten (Abb.).



Die Forscher sind sich sicher, dass dieser Ansatz zu neuen Diagnose- und Therapiemöglichkeiten der altersbedingten Makuladegeneration führt. Darüber hinaus erwarten sie, dass eine Optimierung der Laserkoagulation bei diabetischer Retinopathie erreicht werden kann und eventuell auch Ursachen des Glaukoms aufgedeckt werden.
(jp)


Thüringische Landeszeitung vom 21. November 2002

Preis für Medizintechnik nach Jena

Jenaer Forscher haben in Düsseldorf den Preis für Medizintechnik erhalten. Insgesamt wurden vom Bundesministerium für Bildung und Forschung auf der Medizinmesse Medica elf Forschungsprojekte ausgezeichnet. An die Gewinner gehen insgesamt zwei Millionen Euro Preisgeld. Zu den Geehrten gehört die Universität Jena für eine neue Methode, bei der Herzklappen per Katheder operiert werden können. Eine andere Jenaer Forschungsgruppe (der Augenklinik der Universität Jena in Kooperation mit OphthalmoInnovation / Anmerkung d. OIT) erhielt den Preis für die Früherkennung altersbedingter Blindheit. Mit dem Geld sollen die Projekte marktreif gemacht werden, teilte das Ministerium mit. Mit diesem Wettbewerb baue Deutschland seine bedeutende Stellung in der Medizintechnik aus, hieß es in der Laudatio für die Preisträger.


Ophthalmologische Nachrichten Kongressausgabe 2 09/2002 vom 100. Kongress der DOG

Kein Leben ohne Brille

"Wird die Brille obsolet?", fragte der Verein Ophthalmoinnovation Thüringen bei einer Podiumsdiskussion am Donnerstag - und die Teilnehmer waren sich rasch einig, dass weder die Brille, noch Kontaktlinsen aus der Korrektur von Refraktionsfehlern wegzudenken sind. Unter der Moderation von Prof. Dr. Dr. Theo Seiler diskutierten Augenärzte und Industrievertreter: Dr. Ralf H. Gerl, Augenklinik Ahaus, Dr. Walter-Gerhard Wrobel, Carl Zeiss Meditec AG, Maximilian Reindl, Wave Light Laser Technologie AG, Prof. Dr. Dieter Methling, Fachhochschule Jena, und Volker Wiechmann, Ophthalmoinnovation.
Deutlich wurde, dass alle bestehenden Methoden in der Patientenversorgung ihren Stellenwert behalten. Innovationen seien vor allem auf dem Gebiet der Diagnostik zu erwarten: Immer mehr Veränderungen auf Zellebene können sichtbar gemacht werden, noch bevor morphologische Schäden auftreten. Dabei sei nicht zu erwarten, dass die Geräte der Zukunft kostengünstiger werden, wohl aber besser und sicherer, so Wiechmann.
(jp)





Ophthalmologische Nachrichten Ausgabe 07/2002

Qualität ohne Publikum

Qualitätssicherung in der Augenheilkunde: "ein extrem wichtiges Thema", meint DOG-Präsidentin Prof. Dr. Gabriele Lang - doch die Augenärzte scheint es nur bedingt zu interessieren. Zur DOC veranstaltete der Verein OphthalmoInnovation aus Thüringen eine Podiumsdiskussion, die von der Brisanz des Themas her allemal in einen der großen Vortragssäle gehört hätte. Sie fand in einem Raum statt, der 30 Zuhörern Platz geboten hätte, ein gutes Dutzend kamen.
Ganz abgesehen davon, dass die Qualitätssicherung - auf Krankenhäuser ab dem Jahr 2003, auf Praxen ein paar Jahre später - von Gesetzes wegen auf die Ärzte zukommt, ist sie ein nicht zu unterschätzender Wettbewerbsfaktor. Die Zertifizierung ist mühsam, aber lohnend, wie Tobias Neuhann überzeugend darlegte. Wenn der BVA das Qualitätsmusterhandbuch neu überarbeitet vorlegt, werden die Augenärzte hoffentlich größeres Interesse zeigen. Und wenn das Thema Qualitätssicherung auf einem der nächsten Kongresse zur Sprache kommt, wird der Saal hoffentlich größer und voller sein. (Jeanette Prautzsch - Redaktion)


Ophthalmologische Nachrichten Ausgabe 07/2002

Qualitätsmanagement in Klinik und Praxis - Wichtiges Thema, geringes Interesse

Zur DOC-Podiumsdiskussion der OphthalmoInnovation Thüringen verirrten sich nur wenige Ophthalmologen.

In der Kataraktchirurgie müssen sich Krankenhäuser ab 2003 Qualitätssicherungsmaßnahmen unterziehen, wollen sie nicht empfindliche finanzielle Einbußen hinnehmen. Niedergelassene Augenärzte stehen noch nicht unter Druck, in ihren Praxen eine Qualitätssicherung einzuführen, doch auszahlen kann sich eine Zertifizierung schon heute. Das wurde bei einer Podiumsdiskussion auf Einladung des Vereins OphthalmoInnovation aus Thüringen deutlich. Die Resonanz ließ allerdings zu wünschen übrig: Trotz prominent besetzten Podiums kamen nur ein Dutzend Zuhörer.
Die Moderatorin, DOG-Präsidentin Prof. Dr. Gabriele Lang, betonte, Qualität und Qualitätssicherung seien "extrem wichtige Themen". Stationäre Leistungen werden zuerst von der stufenweisen Umsetzung der gesetzlichen Grundlagen betroffen sein: Für Kataraktoperationen wird ab 2003 ein 20facher Abschlag des Pauschalhonorars berechnet, wenn ein Krankenhaus nicht an der Qualitätssicherung teilnimmt, ab 2004 wird ein 50facher Abschlag fällig.
BVA-Vertreter Dr. Peter Heinz berichtete, vorerst sei die Qualitätsicherung auf den stationären Sektor beschränkt. Wenn man dort Erfahrungen gesammelt habe, sollten sie auf den ambulanten Sektor übertragen werden. Doch die Qualität augenärztlicher Leistungen werde honorarentscheidend, betonte Heinz. Der BVA überarbeite zur Zeit ein Musterhandbuch zum Qualitätsmanagement und knüpfe Kontakte zu Organisationen, die die Zertifizierung überwachen.
Wie mühsam es ist, eine Zertifizierung zu errreichen und zu behalten, davon konnte Dr. Tobias Neuhann, Vorsitzender der Qualitätssicherungskommission der Vereinigung ophthalmologischer Praxiskliniken (VoP), berichten. Der Vorteil, den der Prozess mit sich bringe: Zuständigkeiten und Verantwortung würden klar unter den Mitarbeitern aufgeteilt, das bringe einen großen Motivationsschub.
Martin Wiechmann, der bei Zeiss Erfahrungen mit der Qualitätssicherung gesammelt hat, riet dazu, ein Qualitätsmangementsystem Schritt für Schritt aufzubauen. Damit könne man der Gefahr der Überregulierung begegnen.
Dass die Augenärzte das Thema nicht gänzlich links liegen lassen, zeigte ein Kurs zum Thema Qualitätsmanagement in Klinik und Praxis, bei dem Heinz ebenfalls referierte: Er war mit 40 Teilnehmern durchaus gut besucht. (jp)


Thüringer Erfinder-Kurier 1/2002

Sonderpreis Medizintechnik 2001 verliehen

... Mit dem "Sonderpreis Medizintechnik" wurde ein Prozess zu einem erfolgreichen Abschluss geführt, der am Anfang des Jahres 2001 bereits begann.
... Technisch ausgereifte Produkte allein führen oft nicht mehr zum gewünschten wirtschaftlichen Erfolg im Wettbewerb. Eine gestaltete Medizintechnik - sprich Produktdesign - steht für Individualität. ... In einer Welt des ständig wachsenden Wissens, der Informations- und Bilderflut wird die Wiedererkennung immer wertvoller, gewinnt das industrielle Produktdesign immer mehr an Gewicht.
... Bei sogenannter Funktionsdiagnostik in der Ophthalmologie wird dem Patienten in das Auge gesehen. Das heißt, Arzt und Patient sitzen einander häufig an einer hochinnovativen Medizintechnik gegenüber: einer Aufnahmeeinheit zur Erfassung optischer oder elektrischer Signale die einem PC zur Auswertung zugeführt werden, eine Bewertung erfahren und letztendlich des Befundes dienen. Ein Drucker realisiert die Befunddokumentation.
Diese technischen Komponenten zu einem ästhetischen medizintechnischen Produkt zu einen, welches Patienten wie klinisches Personal gleichermaßen anspricht, eine hohe und angenheme Akzeptanz erzeugt und für den Hersteller das zukünftige Outfit einer Gerätefamilie ausweisen kann, war Anliegen eines beschränkten Ideen- und Designwettbewerbes, den das Kompetenzzentrum OphthalmoInnovation Thüringen gemeinsam mit dem Design Zentrum Thüringen ausgelobt hat. Insgesamt 19 Designfirmen wurden in einem Anschreiben die Bedingungen des Wettbewerbes und die Erwartungshaltung dargestellt.
Elf Büros sagten Ihre Teilnahme zu und wurden eingeladen am 27. Juni nach Jena zu kommen. In einem äußerst angenehmen Dialog zwischen dem Industrieunternehmen Asclepion Meditec AG und den Designern konnten die Gerätekomponenten des Projektes vorgestellt und ein verbales Pflichtenprogramm definiert werden. Eine aus Medizinern, Wissenschaftlern, Technikern und Designern besetzte Jury bewertete die sehr gut gelungenen Entwürfe nach einem vorgegebenen Algorithmus. Beurteilt wurden unter anderem die Praktikabilität, die konsequente Umsetzung der im Pflichtenprogramm bestimmten Anforderungen, die Arbeitsfähigkeit für den Mediziner sowie die Einsatzmöglichkeiten in Klinik und privat niedergelassener Praxis aber auch die Realisierbarkeit im Unternehmen.
Aus einer Spitzengruppe von drei Entwürfen ging mit einhelligem Votum die Idee und Studie des Designbüros Gotha Design + Marketing GmbH als siegreich hervor. Neben der Umsetzung der Aufgabenstellung zeigt die Arbeit des Gothaer Büros eine Vielzahl innovativer Problemlösungen, die gut gestaltet einen hohen Selbsterklärungswert bestizen und konsequent durchdacht sind. Die belange des Patienten wurden beim Produkt in verstärktem Maße einbezogen.
Für das Designerbüro Gotha Design + Marketing GmbH nahmen Holger Gehrmann und Uwe Lanßky den Sonderpreis Medizintechnik entgegen.





OphthalmoInnovation Sieger im 2. Förderwettbewerb "Netzwerkmanagement-Ost (NEMO)"





Am 27. November 2002 wurde OphthalmoInnovation als einer der Gewinner der 2.Ausschreibungsrunde des Förderwettbewerbs "Netzwerkmanagement-Ost (NEMO)" für das Netzwerk "PRIOR - Produkte, Verfahren, Innovationen für die Neuro- und Orbitachirurgie" durch das BMWA ausgezeichnet.

Hierzu aus der Pressemitteilung des BMWA:

PRIOR - Produkte - Verfahren - Innovationen für die Neuro- und Orbitachirurgie

Kompetenzzentrum der Medizintechnik / OphthalmoInnovation Thüringen e.V. Jena

6 Thüringer KMU sowie Forschungseinrichtungen aus Jena bündeln ihre Kapazitäten und Kompetenzen für Forschung und Entwicklung sowie Fertigung und Vertrieb neuer medizintechnischer Instrumente, Implantate sowie Fertigung und Vertrieb neuer medizintechnischer Verfahren. Sie stellen sich der zunehmenden Nachfrage nach minimalinvasiven Operationstechniken und passgenaueren, individuell hergestellten Implantaten mit komplexeren Eigenschaften. Mit neuen Produkten für die Medizintechnik und die Ausstattung von Operationssälen können in den nächsten fünf bis zehn Jahren die wachsenden Kosten bei den Klinken und Ärzten gesenkt werden.


OphthalmoInnovation Gewinner beim Innovationswettbewerb 2002 zur Förderung der Medizintechnik des BMBF





Am 20. November 2002 14 Uhr wurden im Rahmen der Veranstaltung des BMBF "Medica Vision: Research meets Business" auf der Medica die Gewinner des Innovationswettbewerbs 2002 zur Förderung der Medizintechnik des BMBF durch Vertreter des BMBF bekannt gegeben.

Hierzu die Pressemitteilung des BMBF:
Gewinner 2002
Innovationswettbewerb zur Förderung der Medizintechnik


Früherkennung altersbedingter Blindheit

Neues bildgebendes Verfahren nutzt zeitaufgelöste natürliche Fluoreszenz

Eine Forschergruppe aus Jena überzeugte mit ihrer Idee, die zeitaufgelöste natürliche Fluoreszenz des Augenhintergrundes als Diagnosehilfe zu nutzen, die diesjährige Jury des Innovationswettbewerbs. Das Ziel des Teams ist es, ein bildgebendes Verfahren zu entwickeln, das eine Früherkennung der altersbedingten Makuladegeneration ermöglicht. Rund zwei Millionen Menschen in Deutschland sind von dieser Krankheit betroffen, die zur vollständigen Erblindung führt.

Die Sehkraft lässt im Alter oft rapide nach. Hierfür ist neben dem Grauen und Grünen Star die ‚altersbedingte Makuladegeneration’ verantwortlich. Sie betrifft einen kleinen aber wichtigen Bereich der Netzhaut: die so genannte Makula – genau hier ist der Punkt des schärfsten Sehens lokalisiert. Die Auslöser dieser Krankheit und die Ursache für das mit ihr einhergehende Absterben der Lichtrezeptoren sind weitgehend unbekannt. Für den Patienten bedeutet es den Verlust der zentralen Sehschärfe: Ausgerechnet das, was man fixiert, verschwimmt, erscheint verzogen oder verschwindet.

Bei der aggressiven Variante bilden sich unter der Netzhaut kleine Knäuel aus winzigen, unregelmäßig wuchernden Blutgefäßen. Aus diesen entleeren sich Flüssigkeit und Blut, so dass in der Netzhaut eine Blase entsteht. Diese vernarbt mit der Zeit und führt zu einem Verlust der Sehkraft im betroffenen Gebiet. Eine neue Laser-Behandlung, die photodynamische Therapie, hat schon einige Erfolge zu verbuchen. Per Infusion wird hierbei eine Substanz verabreicht, die sich fast ausschließlich in den erkrankten Gefäßen anreichert. Anschließend wird mit einem Laser die krankhafte Stelle bestrahlt. Das Medikament wird durch das Licht aktiviert und zerstört die betroffenen Blutgefäße, während die normalen Blutgefäße der Netzhaut unbeeinflusst bleiben.

Diese Therapie greift aber erst, wenn die Veränderungen der Netzhaut deutlich hervortreten und massive Schäden bereits eingetreten sind. Der Krankheitsprozess wird aufgehalten, die Ursachen bleiben jedoch bestehen. Ziel des Forscherteams aus Jena ist es daher, die Krankheit in einem viel früheren Stadium aufzuspüren. Hierbei gehen die Wissenschaftler davon aus, dass ein krankhaft gestörter Stoffwechsel zur Makuladegeneration führt. Bekannt ist, dass sich unter anderem das Pigment „Lipofuszin“ im Alter vermehrt im Gewebe der Netzhaut anreichert und somit die Lichtrezeptoren schädigt.

Dr. Dietrich Schweitzer, Leiter des Bereichs Experimentelle Ophthalmologie an der Augenklinik der Universität Jena, bestätigt: „Wir konzentrieren uns zur Zeit darauf, bestimmte Parameter des Stoffwechsels in der Netzhaut messtechnisch zu erfassen, bevor sich die Krankheit manifestiert hat. Pigmente und andere Substanzen in der Netzhaut, wie z.B. Coenzyme, weisen eine schwache Autofluoreszenz auf – man nennt sie daher auch ‚natürliche Fluorophore’. Das heißt, beleuchten wir den Augenhintergrund mit kurzen Pulsen bei einer bestimmten Lichtwellenlänge, so werden diese Stoffe zur Fluoreszenz angeregt und strahlen für eine sehr kurze Zeitspanne im Bereich von Nanosekunden zurück. Die Differenzierung, sowie die Änderungen und Verteilung dieser Fluorophore im lebenden Auge sind für uns ein wichtiger Hinweis auf das Entstehen einer Erkrankung.“

Allerdings haben Dr. Schweitzer und seine Kooperationspartner aus dem Kompetenzzentrum Ophthalmoinnovation sehr schwierige Randbedingungen zu berücksichtigen – denn einerseits ist das Auge stets in Bewegung, was sehr kurze Messzeiten erfordert – und andererseits dürfen die Netzhaut und die darin befindlichen Lichtrezeptoren durch das einfallende Laserlicht nicht geschädigt werden. Zudem ist das Fluoreszenzlicht der unterschiedlichen, natürlichen Fluorophore extrem schwach. Dr. Schweitzer und seinem Team gelang es in bisherigen Versuchen, die schwache Fluoreszenz des Lipofuszins und weiterer Fluorophore zeitaufgelöst zu messen und sie sogar voneinander zu unterscheiden. Dies ist wichtig, weil sich im Verlauf der Krankheit das Verhältnis der Fluorophore zueinander ändert. Ziel der nun anlaufenden Studie ist es, die gemessenen Fluoreszenzen exakt den Fluorophoren zuzuordnen, die für den Stoffwechsel des erkrankten Auges und für den Verlauf der Makuladegeneration charakteristisch sind. Das Erkennen dieser feinsten Verschiebungen und Unterschiede soll helfen, die Krankheit sehr viel früher als bisher zu diagnostizieren.

Erste Ergebnisse zeigen, dass die schwachen Fluoreszenz-Signale in klinisch verwertbare Bilder umsetzbar sind. So besteht die Möglichkeit, eine zwei-dimensionale und zeitlich aufgelöste Darstellung der Autofluoreszenz des lebenden Auges zu erhalten. Die Wissenschaftler wollen auf diesem Weg die Stoffwechselvorgänge im gesunden und im kranken Auge besser als bisher erkennen und verstehen. Die Forscher sind sich sicher, dass dieser Ansatz zu neuen Diagnose - und Therapiemöglichkeiten der altersbedingten Makuladegeneration führt. Darüber hinaus erwarten sie, dass durch das neue Messverfahren eine Optimierung der Laserkoagulation bei diabetischer Retinopathie erreicht werden kann und eventuell auch Ursachen des Grünen Stars mit aufgedeckt werden.

Ansprechpartner:
Volker Wiechmann, Kompetenzzentrum Medizintechnik Ophthalmoinnovation/Thüringen, Wildenbruchstraße 15, 07745 Jena, Tel.: 03641-675690, Fax: 03641 - 675693, e-mail: kompetenz@ophthalmoinnovation.de

Doz. Dr.-Ing. habil. Dietrich Schweitzer, Bachstraße 18, 07740 Jena, Tel./Fax: 03641-93 30 27, e-mail: dietrich.schweitzer@med.uni-jena.de



Medica
Sie konnten unseren Stand auf der

Medica 2002 vom 20. - 23. November 2002, Stand: Halle 14 / C03 besuchen.






Podiumsdiskussion auf der Jubiläumstagung der DOG


OphthalmoInnovation veranstaltet auf der Jubiläumstagung der DOG in Berlin eine

Podiumsdiskussion

mit dem Thema

"Wird die Brille obsolet?"

Podium:
Prof. Dr. Dr. med. Theo Seiler, Zell
Dr. med. Ralf H. Gerl, "Augenklinik Ahaus"
Dr. Walter-Gerhard Wrobel, Carl Zeiss Meditec AG, Jena
Maximilian Reindl, Wave Light Laser Technologie AG, Erlangen
Prof. Dr. rer. nat. habil. Dieter Methling, Fachhochschule Jena
Volker Wiechmann, OphthalmoInnovation, Jena

Termin:
26. September 2002 , 13.30 - 15.00 Uhr im ICC Berlin, Raum 42a.



Broschüre "Medizintechnik Thüringen"


Für eine effizientere Vermarktung medizintechnischer Produkte und
des Wirtschaftsstandortes Thüringen wird die STIFT im 2. Quartal 2002
eine Broschüre "Medizintechnik Thüringen" herausgeben.

OIT ist mit der fachlichen und redaktionellen Bearbeitung betraut.

Inhaltliche Schwerpunkte werden sein:

- Ausrichtung der Thüringer Wirtschaftspolitik für diese Branche
- Ansiedlungs- und Fördermöglichkeiten
- Firmen und Forschungseinrichtungen der Branche





Podiumsdiskussion: Qualität quo vadis?

Mit

"Qualität quo vadis?"

veranstaltet OphthalmoInnovation auf dem 15. Kongress der Deutschen Ophthalmochirurgen in Nürnberg eine

Podiumsdiskussion.

Podium:
Prof. Dr. Gabriele Lang, Universitäts-Augenklinik Ulm
PD Dr. med. Marcus Blum, HELIOS Klinikum - Klinik für Augenheilkunde, Erfurt
Dr. Peter Heinz, Praxis Schlüsselfeld
Dr. med. Tobias Neuhann, Augenklinik am Mareinplatz, München
Dr. Bernhard Seitz, Asclepion-Meditec AG Jena
Dipl.-Ing. Volker Wiechmann, OphthalmoInnovation Thüringen, Jena

Termin:
15.Juni 2002 - 13 Uhr im Messezentrum Nürnberg, Raum Prag (CNN Mitte)



Zweiter Workshop zum MPG

OphthalmoInnovation Thüringen veranstatltet am 7.Juni 2002 im Technologie- und Innovationspark Jena einen

Workshop

zum Thema

"Risikomanagement für Medizinprodukte".



Der Workshop informiert über:

- Änderungen im Medizinprodukterecht in Folge des 2. Änderungsgesetzes zum MPG
- Aufgaben der Betreiber von Medizinprodukten
- Technische Dokumentation über Medizinprodukte entsprechend MDD 93/42/EWG
- Elektrosicherheit medizinischer Messgeräte (Anforderungen an Prüfungen).