Archiv 2005

Thüringer Allgemeine vom 17. November 2005

Testgerät für Sehschärfe ausgezeichnet

JENA (TA) Ein Testgerät für die Sehschärfe, projektiert von Jenaer Wissenschaftlern, gilt als eine der fortschrittlichsten Entwicklungen der deutschen Medizintechnik in diesem Jahr. Das Kompetenzzentrum "OphthalmoInnovation Thüringen" wurde gestern zur Medizintechnik-Messe Medica als einer der Gewinner des bundesweiten Innovationswettbewerbs geehrt. Mit der neuen Technik können Optiker und Augenärzte künftig besser testen, ob eine Brille oder Kontaktlinsen die Sehschwäche der Patienten gut ausgleichen. Das neue Gerät erkenne auch Unebenheiten von Hornhaut und Linse. Bislang würden nur Sehschwächen erkannt, die auf einer Veränderung des Augapfels beruhen. Das Bundesforschungsministerium hatte den mit drei Millionen Euro dotierten Wettbewerb ausgelobt. Mit dem Preisgeld von jeweils 300000 Euro soll den Entwicklungen zur Produktreife verholfen werden. Insgesamt hatten sich 103 Teams beworben.
www.ophthalmoinnovation.de


Medica Aktuell Eine Sonderausgabe der ÄRZTEZEITUNG vom 17. November 2005

Innovationspreise für Vorhof-Laser und neue Leberdialyse-Technik
Geld vom Forschungsministerium für zehn Projekte

DÜSSELDORF (gvg) Eine neue Variante der Leberdialyse, zwei Laserverfahren und eine Methode zur Metastasendiagnostik - das sind nur einige der Innovationen, für die es auf der Medica den Innovationspreis Medizintechnik gab.

Die Verleihung der insgesamt mit jeweils 300000 Euro dotierten Entwicklungsstipendien durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat bereits Tradition: Sie fand in diesem Jahr bereits zum siebten Mal statt. Prämiert würden innovative Ansätze für die Entwicklung neuer Medizinprodukte mit hohem Entwicklungsrisiko, so BMBF-Mitarbeiter Dr. Peter Lange, der die Urkunden überreichte.
Aus den insgesamt 103 Anträgen wurden zum Beispiel zwei Laserverfahren ausgewählt. Das eine ist ein Katheterverfahren für die Behandlung von Patienten mit Vorhofflimmern. Um die Rhythmusstörung dauerhaft zu beseitigen, möchte Dr. Kai Markus von der Vimecon GmbH in Alsdorf statt wie bisher üblich mit Hochfrequenzstrom lieber mit Laserstrahlen arbeiten. Diese könnten das arrhytmogene Gewebe schonender beseitigen, weil der für die Laserapplikation nötige Katheter dünner und damit weniger komplikationsträchtig sei als sein elektrischer Pendant.
Mit diagnostischen Laserstrahlen arbeiten Wissenschaftler aus Jena, die für ein Verfahren zur Diagnostik von Fehlsichtigkeit ausgezeichnet wurden. Es erkennt Unregelmäßigkeiten von Hornhaut und Linse und gleicht sie mit einem adaptiven Spiegel aus. Auf Basis der Meßergebnisse können dann individuell angepaßte Sehhilfen entwickelt werden, mit denen man nicht nur Fehlsichtigkeit, sondern auch Schwierigkeiten beim Nacht- oder Kontrastsehen beseitgen kann.
Weitere Stipendien gab es für eine Weiterentwicklung der Leberdialyse, bei der Toxine nicht von Albumin, sondern von speziellen Nanopartikeln adsorbiert werden.
Ebenfalls mit Nanopartikeln arbeitet ein Zellseparator der Universität Hamburg. Er könnte einmal der sehr frühen Erkennung von malignen Zellen bei der Tumornachsorge dienen.


Ophthalmologische Nachrichten 03/2005

Presbyopie und Katarakt mit FS-Lasern therapieren
Forschungsprojekt des Kompetentzzentrums der Medizintechnik OphthalmoInnovation Thüringen

JENA/ERFURT - Das Kompetenzzentrum der Medizintechnik OphthalmoInnovation Thüringen (OIT) hat sich erfolgreich am Wettbewerb "Schonendes Operieren mit innovativer Technik - SOMIT" beteiligt.
Zu diesem Wettbewerb des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) reichte das OIT den Projektantrag "Kopfchirurgisches Zentrum - CoHS" am Helios Klinikum in Erfurt ein. Zugleich soll ein zukunftsorientiertes OP-Umfeld entstehen. Forschungsziel ist die Presbyopie-Therapie auf der Grundlage innovativer Lasertechnologie.
Insgesamt bewarben sich 34 Konsortien um die ausgeschriebenen Fördermittel des Bundes. Das von OIT geführte Konsortium namhafter Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus ganz Deutschland verfolgt am Helios Klinikum Erfurt das Projekt eines völlig neuartigen OPs zur Behandlung der Altersweitsichtigkeit sowie zur Untersuchung von Möglichkeiten, lokale frühe Katarakte zu therapieren. In der Klinik für Augenheilkunde soll erforscht werden, wie mit Femtosekundenlasern die "Volkskrankheit" Presbyopie erfolgreich behandelt werden kann.
Nichtinvasiver Zugang für die Ultrakurzpuls-Laserstrahlung
Ansatz der Forscher ist, dass der transparente vordere Augenabschnitt einen nichtinvasiven Zugang für die Ultrakurzpuls-Laserstrahlung bietet, mittels der die Akkommodationsfähigkeit des Auges wieder erhöht werden kann, ohne dass kollateral Gewebeschädigungen auftreten.
Auch auf dem Anwendungsfeld der Katarakt-Operation arbeiten die Wissenschaftler an der Entwicklung einer innovativen Femtosekunden-Lasertherapie, mit deren Hilfe bereits im Frühstadium der Katarakterkrankung Einlagerungen im Auge zertrümmert und so eine weitere Eintrübung und Verhärtung der Linse verhindert werden sollen. Die klassische Operation würde damit durch ein sehr patientenschonendes und zugleich kostensenkendes Verfahren ersetzt werden. Grundlage der Arbeiten ist unter anderem ein Patent zur Vorrichtung/Methode der minimalinvasiven Beseitigung von Verhärtungen und Trübungen der Augenlinse.
Optimierter ophthalmologischer Operationssaal
Nach rund drei Jahren der insgesamt fünfjährigen Projektlaufzeit will das Konsortium mit dem Prototyp des prozessoptimierten ophthalmologischen Operationssaals in die klinische Erprobung am Helios Klinikum in Erfurt gehen. In das System soll neben den innovativen OP-Verfahren selbst auch eine durchgängie Patientenlogistik und ein modular aufgebautes Patienten-Transport- und Positioniersystem integriert sein, wodurch sich die OP-Zeiten erheblich verkürzen. Ein zentrales Entwicklungsziel besteht in der erheblichen Verbesserung der Genauigkeit der Laserpositionierung um eine Größenordnung gegenüber dem internationalen Stand der Technik. Nach erfolgreicher Erprobung soll das System auf andere Gebiete der Gesichtschirurgie, so im HNO- und Neurochirurgiebereich, übertragen werden können und nachhaltige ökonomische Effekte bewirken.
Fördersumme sieben Millionen Euro
An der Realisierung des mit rund sieben Millionen Euro geförderten Projektes sind zwölf Partner beteiligt - neben dem Helios Klinikum Erfurt die Helios Research GmbH Berlin, die Universitäts-Augenklinik Mainz, das Institut für Biomedizinische Technik und Informatik der Technischen Universität Ilmenau, das Institut für angewandte Physik der Friedrich Schiller Universität Jena, das Zentrum ffür Ergonomie und Gebrauchstauglichkeit der Fachhochschule Münster, das Fraunhofer Institut für angewandte Optik und Feinmechanik Jena, das Fraunhofer Institut für Zerstörungsfreie Materialprüfung Dresden, die Deutsche Gesellschaft für Biomedizinische Technik im VDE sowie die Medizintechnik Unternehmen Carl-Zeiss Meditec AG Jena, Jenoptik AG und Trumpf Medizinsysteme, Saalfeld. (dk)

i Informationen:
Kompetenzzentrum der Medizintechnik
OphthalmoInnovation Thüringen
Volker Wiechmann, Geschäftsführer
Wildenbruchstr. 15
D-07745 Jena
tel. 049(0)3641-67-56-90
fax: 049(0)3641-67-56-93
e-Mail:vw@ophthalmoinnovation.de

Prof. Dr.-Ing. habil. Günter Henning
Sprecher des Kompetenzzentrums der Medi-
zintechnik OphthalmoInnovation
Thüringen
TU Ilmenau, Institut für Biomedizinische
Technik und Informatik
tel.:049(0)3677-69-28-61
e-mail:guenter.henning@tu-ilmenau.de





lmenauer Uni-Nachrichten Nr.1 Januar/Februar 2005

Innovativer OP für neue Sehkraft
OphthalmoInnovation Thüringen erfolgreich bei BMBF-Wettbewerb

Mit der Kraft seiner gebündelten Kompetenz will das Medizintechniknetzwerk OphthalmoInnovation Thüringen die Therapie von Augenerkrankungen revolutionieren: Mit einem neuartigen Laserverfahren, integriert in ein innovatives OP-Konzept, sollen schon in wenigen Jahren Altersweitsichtigkeit und Grauer Star schnell, kostengünstig und vor allem sehr patientenschonend behandelt werden können.

Mit seinem Projekt "Kopfchirurgisches Zentrum" hat sich das "Kompetenzzentrum OphthalmoInnovation Thüringen" beim BMBF-Wettbewerb "SOMIT: Schonendes Operieren mit innovativer Technik" unter 34 Mitbewerbern erfolgreich durchgesetzt.
Beteiligt ist auch die TU Ilmenau mit ihrem Institut für Biomedizinische Technik und Informatik unter Leitung von Professor Günter Henning.
Typische Szene während einer Augenoperation. Mit dem Aufbau eines bundesweit einzigartigen prozessoptimierten Operationssaals am Erfurter Helios Klinikum soll in wenigen Jahren eine weitaus schnellere, weniger personalintensive und zugleich patientenschonendere Therapie möglich werden.
Der Ilmenauer Wissenschaftler hatte das Thüringer Netzwerk maßgeblich initiiert und fungiert seit dessen Gründung vor rund fünf Jahren als Sprecher des Konsortiums. Ebenfalls im Zuge einer erfolgreichen Wettbewerbsbeteiligung vom Bund gefördert, bündelt das Zentrum die international ausgewiesene Kompetenz ophthalmologischer Forschung, Entwicklung und Industrie Thüringens - und inzwischen auch darüber hinaus. Professor Henning: "An der Realisierung des Kopfchirurgischen Zentrums sind insgesamt dreizehn Partner aus Erfurt, Ilmenau, Jena und Saalfeld sowie aus Dresden, Münster und Mainz beteiligt. Mediziner, Ingenieure, aber auch Arbeitswissenschaftler und Hersteller medizintechnischer Systeme arbeiten bei der Entwicklung eines neuartigen, prozessoptimierten Operationssaals für die Presbyopie-Therapie (Altersweitsichtigkeit) sowie zur Diagnostik und Behandlung lokaler früher Katarakte (Grauer Star) zusammen."

Schonende Laserbehandlung soll klassische "Sehhilfe" ersetzen
Die Presbyopie ist die meist altersbedingte Einschränkung der Anpassungsfähigkeit des Auges: Die Linse verliert an Beweglichkeit und ist nicht mehr in der Lage, sich auf unterschiedliche Sehentfernungen einzustellen. Momentan wird das landläufig als Altersweitsichtigkeit bezeichnete Defizit durch Sehhilfen wie Gleichtsichtbrillen gemildert. Ein für die Betroffenen nicht immer angenehmes und häufig auch nicht gerade billiges Verfahren.
Die Partner arbeiten nun an einer neuen Behandlungsmethode, bei der der transparente vordere Augenabschnitt minimalinvasiv mit Ultrakurzpuls-Laserstrahlung, so genannten Femtosekunden-Lasern, behandelt wird. Professor Henning: "Ziel ist, die Linse mit Femtosekunden-Laser so zu behandeln, dass die Akkomodationsfähigkeit der Linse, wieder erhöht wird, kollaterale Gewebeschädigungen jedoch vermieden werden."
Der Eingriff soll das Auge wieder in den Zustand jüngerer Jahre versetzen und damit zugleich Sehhilfen überflüssig machen. Schon heute, berichtet der TU-Wissenschaftler, ist die Nachfrage nach einer solchen Therapiemethode weltweit enorm groß.

Grauer Star: Frühzeitiges Lasern beugt schwererer Operation vor
Die Operation des Katarakts oder Grauen Stars, erklärt Professor Henning, ist der weltweit am häufigsten durchgeführte chirurgische Eingriff und aufgrund der hohen Zahl der Fälle die kostenträchtigste Operation überhaupt. Auch auf diesem Anwendungsfeld arbeiten die Wissenschaftler an der Entwicklung einer innovativen Femtosekunden-Lasertherapie. Dabei sollen bereits im Frühstadium der Katarakterkrankung Einlagerungen im Auge zertrümmert und so eine weitere Eintrübung der Linse verhindert werden. Die belastende und mit Komplikationsrisiken behaftete klassische Operation, bei der die erkrankte Linse entfernt und gegen eine künstliche ausgetauscht wird, könnte so eventuell durch ein sehr patientenschonendes und zugleich kostengünstiges Verfahren ersetzt werden. Grundlage der Arbeiten ist u.a. ein Patent zur Vorrichtung/Methode zur minimalinvasiven Beseitigung von Verhärtungen und Trübungen der Augenlinse.

Prototyp von OP-Saal in Erfurt
Insgesamt sieben Millionen Euro Fördergelder stellt das BMBF für die Forschungsarbeiten bereit. Bereits nach rund drei Jahren der insgesamt fünfjährigen Projektlaufzeit wollen die Forscher mit einem Prototyp des prozessoptimierten ophthalmologischen Operationssaals in die klinische Erprobung am Helios-Klinikum in Erfurt gehen.
In das System soll neben den innovativen OP-Laser-Verfahren auch eine durchgängige Patientenlogistik und ein modular aufgebautes Patienten-Transport- und Positioniersystem integriert sein, wodurch sich die OP-Zeiten erheblich verkürzen. Ein zentrales Entwicklungsziel besteht darüber hinaus in der Verbesserung der Genauigkeit der Laserpotionierung um eine Größenordnung gegenüber dem internationalen Stand der Technik. Damit würde Thüringen seine weltweite Spitzenposition auf dem Gebiet der Medizintechnik für die Ophthalmologie weiter ausbauen. Gemäß dem Grundkonzept soll das System nach erfolgreicher Testphase auch auf andere Gebiete der Gesichtschirurgie wie den HNO- und Neurochirurgiebereich übertragbar sein, um noch nachhaltigere ökonomische Effekte zu erzielen. B.W.


Thüringer Allgemeine vom 31. Januar 2005

Fast verdoppelt
Reinholz: Optikbranche erhöht die Stellenzahl in den nächsten fünf Jahren auf 14000

Bis zum Jahr 2010 wird sich die Zahl der Mitarbeiter in der Thüringer Optik-Branche von 8500 auf 14000 erhöhen. Bis dahin spiele das Land bei der Forschung und Industrie in diesem Bereich wieder in der aller ersten Reihe mit, so Thüringens Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz (CDU).

Von Dietmar GROSSER

ERFURT. Die aktuelle Diskussion um die Neuverteilung der Fördermittel Ost kennnt vor allem ein Schlagwort: Wachstumskerne. Auf Thüringen bezogen wird dabei zuallererst eine Stadt genannt: Jena. Hier ist es nach Branchenanalysen in den letzten Jahren gelungen, durch eine enge Kooperation von Wirtschaft, Forschung und Wissenschaft Wachstumsraten zu erreichen, von denen andere Industriezweige träumen können. Derzeit sind in Thüringen rund 130 Branchenbetriebe mit einem Gesamtumsatz von mehr als 1,3 Milliarden Euro tätig. Mit Jenoptik, Zeiss und Schott wären die drei größten zu nennen, wobei letzteres Unternehmen sich bis zum Jahresende von der traditionellen Sparte Haushaltsglas trennen wird (TA berichtete). Eine bittere Pille, die nicht unerwähnt bleiben darf. Im Gegenzug allerdings sollen bei Schott die neuen Wachstumsfelder mit aller Dynamik nach vorn getrieben werden. Die kleineren Unternehmen ziehen mit. Ein großer Teil von ihnen ist in innovativen Netzwerken wie "Optonet", "Solarinput" oder OphthalmoInnovation organisiert.

Zentrum der Forschung und Industrie
Ernst Abbe, Carl Zeiss und Otto Schott begründeten die lange Optiktradition in Thüringen. Darauf baut auch die heutige Branche auf.
Mikroskope von Zeiss, Infrarotkameras von Jenoptik und Spezialgläser von Schott setzen internationale Maßstäbe für Qualität.
Optik steckt in Glasfasernetzen, Datenspeichern, Uhren-Displays, Handys, Digitalkameras oder etwa Scannern in Supermärkten.
Allein seit 1995 hat das Land 350 Millionen an Fördermitteln in Firmen und Forschungsinstitute der Region fließen lassen.
Ein Laser-Scanning-Mikroskop von Carl Zeiss war für den Deutschen Zukunftspreis des Bundespräsidenten nominiert.
Die anspruchsvolle Lasertechnik für das digitale Planetarium im Pekinger Wissenschaftszentrum stammt aus Thüringen.

Dem allgemeinen Trend der erfolgreichsten deutschen Unternehmen gemäß, genießt der Export Priorität: Die Quote der Auslandslieferungen bewegt sich im Schnitt bei überdurchschnittlichen 34 Prozent. Dabei erreichen einzelnen Branchenunternehmen bis zu 60 Prozent, heißt es aus dem Thüringer Wirtschaftsministerium. Reinholz sieht Thüringen sogar international in einer Vorreiter-Position: "Die Optik als eine echte Querschnittstechnologie ist Basis für zahllose Entwicklungen und Anwendungen in anderen wichtigen Zukunftsbereichen." Was er damit meint, sind beispielsweise Sicherheitstechnologien, ist der Fahrzeugbau, die Datenspeicherung, die Medizin und die Materialbearbeitung. Die Luft- und Raumfahrt nicht zu vergessen, wo Thrüringen erst unlängst mit der Ansiedlung von Rolls Royce und Lufthansa nahe Arnstadt auch weltweit auf sich aufmerksam machen konnte. ...





Westfälische Nachrichten vom 18. Januar 2005

Mit Laser gegen grauen Star und Altersweitsichtigkeit
FH beteiligt sich am Projekt zur schonenden Augen-OP

Burgsteinfurt. Die Fachhochschule in Burgsteinfurt ist an der Entwicklung neuer Technologien für schonende Operationen am Auge beteiligt. Mit ultrakurzen Laserpulsen sollen Augen gegen Altersweitsichtigkeit so behandelt werden, dass die Lesebrille künftig überflüssig wird. Das ist das Ziel einer neuen besonders schonenden Therapie. Zudem soll die Operation für Patienten mit grauem Star erleichtert werden. Zu diesem Zweck wird am HELIOS-Klinikum in Erfurt ein neues kopfchirurgisches Zentrum geplant. Die Entwicklung des deutschlandweit einzigartigen Operationssaals mit neuen Medizingeräten wird von dem Kompetenzzentrum Ophthalmo Innovation Thüringen koordiniert. Das so genannte SOMIT-Programm (Schonendes Operieren mit innovativer Technik) wird über fünf Jahre mit zirka acht Millionen Euro durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Partner des Projektes ist auch die Kompetenzplattform Medizintechnik mit dem Namen complex-x, die 2003 von der Fachhochschule in Burgsteinfurt ins Leben gerufen worden ist.
"Unsere Aufgabe innerhalb des Projektes ist die ergonomische Optimierung von Prozessen und Architektur für die Operationen sowie der Bedienoberfläche der speziellen, neuen Medizingeräte", erklärt Prof. Dr.-Ing. Uvo Hölscher vom Fachbereich Physikalische Technik von complex-x.


Freies Wort vom 7. Januar 2005
INSTITUT FÜR BIOMEDIZINISCHE TECHNIK UND INFORMATIK TU ILMENAU

Entwicklungsziel: Neuer OP für effektive Behandlung

Das Kompetenzzentrum der Medizintechnik OphthalmoInnovation Thüringen (OIT) hat sich mit seinem Projekt "Kopfchirurgisches Zentrum" erfolgreich am Wettbewerb des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) "Schonendes Operieren mit innovativer Technik - SOMIT" beteiligt und entwickelt nun gemeinsam mit elf Partnern einen neuartigen Operationssaal.

ILMENAU - Ziel des von OIT geführten multidisziplinären, überregionalen Konsortiums ist die Realisierung eines völlig neuartigen, prozessoptimierten Operationssaals für die Altersweitsichtigkeits-Therapie sowie zur Untersuchung und Behandlung lokaler früher Trübungen der Augenlinse am Helios-Klinikum Erfurt.
Die Altersweitsichtigkeit (Presbyopie) ist die meist altersbedingte Einschränkung der Anpassungsfähigkeit des Auges: Es ist nicht mehr in der Lage, sich auf unterschiedliche Sehentfernungen einzustellen - eine Grunderfahrung jedes Menschen im Alter zwischen dem 40. bis 50. Lebensjahr. Momentan wird dieses im Alter fortschreitende Defizit durch Sehhilfen wie Lesebrillen oder Brillen mit Gleitsichtgläsern gemildert. Es soll nunmehr erforscht werden, wie mit außerordentlich kurzen Laserimpulsen, so genannten Femtosekunden-Lasern, eine Behandlung der "Volkskrankheit" Altersweitsichtigkeit erfolgreich vorgenommen werden kann. Ansatz der Forscher ist, dass der transparente vordere Augenabschnitt einen nichtinvasiven Zugang für die Ultrakurzpuls-Laserstrahlung bietet, mittels der die Akkomodationsfähigkeit des Auges wieder erhöht werden kann, ohne dass Gewebeschädigungen auftreten.
Die Operation des Grauen Stars, der Trübung der Augenlinse, ist der weltweit am häufigsten durchgeführte chirurgische Eingriff und (aufgrund der hohen Zahl von Fällen) die kostenträchtigste Operation überhaupt. Auch auf diesem Anwendungsfeld arbeiten die Wissenschaftler an der Entwicklung einer innovativen Femtosekunden-Lasertherapie, mit mit deren Hilfe bereits im Frühstadium der Erkrankung Einlagerungen im Auge zertrümmert und so eine weitere Eintrübung und Verhärtung der Linse verhindert werden sollen.
Die klassische Operation, bei der die getrübte Linse entfernt und gegen eine künstliche ausgetauscht wird, würde damit durch ein sehr patientenschonendes und zugleich kostensenkendes Verfahren ersetzt werden.
Nach rund drei Jahren der insgesamt fünfjährigen Projektlaufzeit will das Konsortium mit dem Prototyp des prozessoptimierten augenärztlichen Operationssaal in die klinische Erprobung am Helios-Klinikum in Erfurt gehen. In das System soll neben den innovativen OP-Verfahren selbst auch eine durchgängige Patientenlogistik und ein Patienten-Transport- und Positioniersystem integriert sein, wodurch sich die OP-Zeiten verkürzen.
Ein zentrales Entwicklungsziel besteht dabei in der erheblichen Verbesserung der Genauigkeit der Laserpositionierung um eine Größenordnung gegenüber dem internationalen Stand der Technik. Damit würde das Thüringer Konsortium seine weltweite Spitzenposition auf dem Gebiet der Augenheilkunde ausbauen.
Nach erfolgreicher Erprobung soll das System auch auf andere Gebiete der Gesichtschirurgie, so im HNO- und Neurochirurgiebereich, übertragen werden können und nachhaltige ökonomische Effekte bewirken.
An der Realisierung des mit rund sieben Millionen Euro geförderten Projektes sind insgesamt zwölf Partner beteiligt - neben dem Helios Klinikum Erfurt die Helios Research GmbH Berlin, die Uni-Augenklinik Mainz, das Institut für Biomedizinische Technik und Informatik der Technischen Universität Ilmenau, das Institut für angewandte Physik Uni Jena, das Zentrum für Ergonomie und Gebrauchstauglichkeit der FH Münster, das Fraunhofer Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik Jena, das Fraunhofer Institut für Zerstörungsfreie Materialprüfung Dresden, die Deutsche Gesellschaft für Biomedizinische Technik im VDE sowie die Carl Zeiss Meditec AG Jena, Jenoptik AG und TRUMPF Medizinsysteme, Saalfeld.





Medica
Sie konnten unseren Stand auf der

Medica 2003

vom 16. - 19. November 2005, Stand: Halle 03 / Stand H51 besuchen.


OIT als Partner der GMTA war Mitveranstalter der Seminare:

Der Medizintechnikmarkt in China

Wer in einem fremden Kulturkreis gute Geschäfte machen will, muss ausgezeichnet vorbereitet sein. Es reicht nicht aus, lediglich einen Markt vor Augen zu haben - dessen Umsatzerwartungen gern in zweistelligen Mrd. Dollar-Volumina beschrieben werden - und der Güte des eigenen Produkts zu vertrauen.

Die Veranstaltung, die gemeinsam von der Vereinigung der Kompetenzzentren der Medizintechnik in Deutschland GMTA und der Deutschen Gesellschaft für Biomedizinische Technik im VDE getragen wurde, vermittelte Wissen zu den rechtlichen Rahmenbedingungen ebenso wie detaillierte Informationen zu Kauf/Verkauf und Zulassung von Medizinprodukten im Reich der Mitte.

Veranstaltungstermine waren:
09. Juni 2005 in Frankfurt, 10. Juni 2005 in Aachen, 12. Oktober 2005 in Hamburg, 14. Oktober 2005 in Tuttlingen

Referenten
Dipl. oec. Bettina Kristin Petrasch, Dr. rer. nat. Minzhi Wu

Programm
Die Veranstaltung informierte u.a. über die politische, ökonomische und soziale Situation in China, den Markt für Medizinprodukte in China, den Verkauf von medizintechnischen Produkten nach China,
Zulassung / Zertifizierung und Messepräsentaion / Markteinstiegsprojekt "Medizintechnikprodukte für China 2005".

Der MTD - Medizin-Technischer Dialog Ausgabe 10/2005 berichtet ausführlich zur Veranstaltung.
Näheres: Artikel pdf-Datei - (ca. 1,57 MB - Download empfohlen: rechte Maustaste Ziel speichern unter...)



BMT 2005

39. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Biomedizinische Technik in Nürnberg
14. - 17. September 2005 Besuchen Sie uns auf der 39. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Biomedizinische Technik, der BMT 2005.
Die den Kongress begleitende Ausstellung wird vom 14. - 16. September 2005 im Foyer des CongressCenters Nürnberg stattfinden. Sie finden uns auf dem GMTA-Gemeinschaftsstand der Kompetenzzentren der Medizintechnik.

Weitere Informationen zur Tagung: http://www.bmt2005.de
weitere Informationen zur Ausstellung



MEK 2005 - 4. Medizintechnik und Ergonomiekongress in Münster Besuchen Sie uns auf der Ausstellung des 4. Medizintechnik und Ergonomiekongresses in Münster MEK 2005 vom 17. - 18. März 2005.
Die Ausstellung findet im Foyer des Schlosses zu Münster statt. Sie finden uns auf dem GMTA-Gemeinschaftsstand der Kompetenzzentren der Medizintechnik.