Archiv 2006

DOZ Ausgabe 12/2006

Kompetenzzentren für Medizintechnik erfolgreich:
Bundesministerin Annette Schavan zieht positive Bilanz

Die bundesdeutschen Kompetenzzentren für Medizintechnik leisten erfolgreiche Arbeit bei der Transformation neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Praxis – so die überaus positive Bilanz, die Annette Schavan, Bundesministerin für Bildung und Forschung, anlässlich einer Festveranstaltung für die Kompetenzzentren Ende Oktober zog. Acht Zentren waren im Jahr 2000 aus einem Wettbewerb des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) hervorgegangen.
Mit der German Medical Technology Alliance (GMTA), der unter anderem auch das Kompetenzzentrum für Hörgerate-Systemtechnik HörTech in Oldenburg angeschlossen ist, haben sie sich ein deutschlandweit einmaliges Netzwerk medizintechnischer Kompetenzen geschaffen, das auch über den fünfjährigen Förderungszeitraum hinaus Bestand haben wird. „Ziel des damaligen Wettbewerbs war es, mit Hilfe der Kompetenzzentren universitäre und außer-universitäre Forschung zu verknüpfen und die Ergebnisse dieser Forschungsarbeit für Kliniken und Industrie, d.h. für die gesamte Gesundheitswirtschaft nutzbar zu machen“, erläutert Dr. Robert Farkas, Geschäftsführer des Aachener Kompetenzzentrums Medizintechnik und Vorstandsvorsitzender der GMTA. „Seit ihrer Gründung haben die Zentren in ihren jeweiligen Kompetenzbereichen sehr gute Forschungsarbeit geleistet. Sie haben neue Projekte akquiriert, und sie vertreiben zum Teil bereits eigene Produkte oder stehen unmittelbar vor einer Vermarktung.“
Mittlerweile gilt die 2004 von den Kompetenzzentren gegründete German Medical Alliance (GMTA) als deutschlandweit einzigartiges Netzwerk von Kompetenzen in Sachen Medizintechnik. Die derzeit acht Mitgliedszentren profitieren vom Know-how ihrer Allianz-Partner sowie von Synergien, die sich aus der Vernetzung der verschiedenen Technologiefelder ergeben und neue Wege für innovative Produkte eröffnen. Die GMTA versteht sich als Leistungsverbund, der in Ergänzung zu den Aktivitäten jedes einzelnen Zentrums die gemeinsamen Interessen aller Mitglieder vertritt. „Zudem werden wir mit der GMTA verstärkt das von unseren Mitgliedern an der Schnittstelle zwischen Forschung und Wirtschaft erworbene Transformations-Know-how nutzen, um es in Form konkreter Dienstleistungen zu vermarkten“, so Dr. Farkas weiter. „Längst sind wir auch ein gefragter Ansprechpartner für mittelständische Unternehmen aus dem In- und Ausland, für potentielle Investoren und andere Gesundheitseinrichtungen. Sie alle unterstützen wir bei der Realisierung medizintechnischer Projekte mit maßgeschneiderten Informationen und praxisnaher Beratung.“
Bild Bundesministerin  Annette Schavan unterstrich anlässlich des Übergangs der Kompetenzzentren für Medizintechnik in die Selbständigkeit die vorbildliche Rolle der Zentren bei der Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft – Der Transfer zwischen Forschung und Praxis sei nur dann möglich, wenn sowohl technologieübergreifende und interdisziplinäre Vernetzungen als auch Vernetzungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette geschaffen werden. „Die Kompetenzzentren für die Medizintechnik, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, haben sich in den vergangenen Jahren diesen vielfältigen Herausforderungen gestellt. Durch ihren Zusammenschluss im Jahr 2004 zur GMTA – German Medical Technology Alliance sind sie noch konkurrenzfähiger geworden“, so die Ministerin. „Ich freue mich über die positive Entwicklung – vor allem aber darüber, dass sich für die meisten der acht Zentren eine langfristige Perspektive auch nach Ablauf der Unterstützung durch das BMBF abzeichnet.“
Auf breite Resonanz stieß neben der Festveranstaltung auch die Messe-Präsentation der Zentren im Rahmen der Industrieschau zum Kongress des Verbandes der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE). Die GMTA sowie die acht Kompetenzzentren präsentierten hier ihre zukunftsweisenden Ansätze sowie Entwicklungen für die Medizintechnik von Morgen.



denkform Ausgabe 04/2006

Preisgekrönte Forschung für einen scharfen Blick

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Ein Patient beim Augenarzt muss eine Reihe von Untersuchungen über sich ergehen lassen. Erst mit Hilfe mehrerer Messergebnisse ist es möglich, eine Diagnose zu stellen. Deshalb haben sich junge Wissenschaftler des Institutes für Biomedizinische Technik der TU Ilmenau zum Ziel gesetzt, mehrere Diagnosetechnologien der Augenheilkunde so zu verknüpfen, dass eine ganzheitliche Diagnose gestellt werden kann.
Gemeinsam mit dem OphthalmoInnovation Thüringen e.V. (OIT) reichte diese Forschergruppe um Institutsleiter Prof. Jens Haueisen dieses Projekt beim "InnoProfile"-Wettbewerb des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) ein und gehört zu den Gewinnern. Mit etwa 3 Millionen Euro wird das Forschungsvorhaben in Zusammenarbeit mit der Carl-Zeiss-Meditec AG Jena, der Imedos GmbH Jena und der neuroConn GmbH Ilmenau in den kommenden drei Jahren vom BMBF gefördert.
Der OIT ist ein Verbund führender deutscher Forschungsinstitute, Industrieunternehmen und Universitäten in der Ophthalmologie (Augenheilkunde). Das Kompetenzzentrum unterstützt zum Beispiel Forschungsvorhaben, um einen Beitrag zur verbesserten Diagnose, effizienteren Therapie und Nachsorge von Augenerkrankungen zu leisten. Es ist ein kompetenter und erfahrener Partner für die Projektabwicklung und berät zu allen Fragen rund um die Medizintechnik.

Die derzeit aktuellen Projekte des OphthalmoInnovation Thüringen e.V. sind:

  • Großforschungsprojekt zur Therapie der Altersweitsichtigkeit mit fs-Lasersystemen, mit 13 Konsortialpartnern
  • Verbundvorhaben zur Objektivierung des Diagnoseverfahrens bei Fehlsichtigkeiten
  • Vorbereitung einer thüringenweiten Weiterbildung zum Qualitätsmanagementbeauftragter nach MPG für Medizintechnikunternehmen
  • Organisation eines Firmengemeinschaftsstandes zur CHINAMED Beijing 2007
www.ophthalmoinnovation.de  

DENKFORM im Gespräch mit Volker Wiechmann vom OphthalmoInnovation Thüringen e.V. über die Chancen des Medizintechnikstandortes Thüringen. Was bedeutet OphthalmoInnovation?

OphthalmoInnovation Thüringen – OIT – ist ein Verband führender deutscher Industrieunternehmen, Forschungsinstitute und Universitäten. In diesem Cluster entstehen neue Verfahren zur Diagnostik und Therapie in der Ophthalmologie, sowie weltmarktfähige Produkte der Medizintechnik. Die langjährige Erfahrung in der Branche weist OphthalmoInnovation als kompetenten Dienstleister für das Projektmanagement von Verbundforschungsvorhaben sowie der Beratung zu allen Fragen rund um die Medizintechnik aus.

Worin besteht das Hauptziel von OIT?

Das Hauptziel besteht in der Stärkung der Medizintechnikbranche Thüringens. Ein charakteristisches Merkmal der Branche gerade in Thüringen ist das Vorhandensein einer regional starken, durchgängigen Wertschöpfungskette von der medizintechnischen Grundlagenforschung und angewandten Forschung, über die industrielle Umsetzung bis hin zur klinischen Applikation.

Wie erreicht OIT dieses Ziel?

BildUm im Kontext zwischen Forschung und Wirtschaft als Cluster erfolgreich zu sein, muss man in beiden Lagern gut zu Hause sein, um den Brückenschlag zwischen unterschiedlichen Zielstellungen zu Wege zu bringen.

Zunehmende Spezialisierung in den Unternehmen bei gleichzeitiger Globalisierung des Marktes steigert den Bedarf an Expertise von außen erheblich. Ein gut organisiertes Cluster mit einer effizient und gewinnorientiert arbeitenden Geschäftsstelle kann diese Expertise vorhalten und zum Nutzen der Unternehmen anbieten.
Insbesondere die Medizintechnik ist durch einen außerordentlich hohen Innovationsgrad gekennzeichnet. Die Unternehmen erzielen mehr als die Hälfte ihres Umsatzes mit Produkten, die weniger als drei Jahre alt sind. Der Forschungs- und Entwicklungsanteil an Produktionswert ist mehr als doppelt so hoch als bei Idustriewaren insgesamt. Darum liegen Forschungsvorhaben im Fokus von OphthalmoInnovation. Seit 1999 wurden durch OIT Forschungsprojekte mit einem Gesamtvolumen von ca. 23 Mio. Euro für innovative Verfahren für die Medizin und marktfähige Produkte auf den Weg gebracht.
Durch einen intensiven Dialog mit allen Partnern über die gesamte Laufzeit eines Forschungsprojektes und ein konstruktives und ergebnisorientiertes Management können wir eine Transferrate von ca. 90 Prozent ausweisen. Medizintechnische Geräte, die im Ergebnis dieser Forschungsprojekte entstanden sind, diagnostizieren und therapieren Erkrankungen weltweit.

Was bietet das Cluster seinen Mitgliedern?

OpthalmoInnovation berät Unternehmen, Kliniken und Forschungseinrichtungen zu allen Fragen rund um die Medizintechnik und erstellt Studien und Marktanalysen nach Ihren Anforderungen und Ihrer speziellen Aufgabenstellung.
Für Start-ups und Unternehmensgründungen der Medizintechnik bietet OIT spezielle Strategien und Modelle auf Basis breiter Branchenkenntnis.
Wir leisten für unsere Mitglieder, darüber hinaus jedoch auch für die gesamte Branche in Thüringen, insbesondere kompetente Projektsteuerung für Ihr Forschungsvorhaben und entlasten Sie so für Ihr Kerngeschäft durch:

  • Akquisition
  • Projektmanagement und -steuerung
  • Projektskizzen / Formanträge
  • fachliche / kaufmännische Beratung
  • Berichtswesen
Breiten Raum nehmen unsere Weiterbildungsveranstaltungen zu Fragen der gesetzlichen Regelungen der Herstellung und der Anwendund von Medizinprodukten ein. Die ständige Qualifizierung des Personals der Unternehmen ist eine essenzieller Wettbewerbsfaktor in der heutigen Zeit geworden.
Beratungsleistungen runden unser Angebotsspektrum ab:
  • Qualitätsmanagement Risikomanagement 13485/9000/9001
  • CE-Kennzeichnung
  • Studien / Gutachten
  • Markteinführung

Wie viele Mitglieder hat Ihr Cluster?

Es gibt 24 eingetragene Mitgliedsunternehmen und weitere fünf über Kooperationsvereinbarungen angebundene Einrichtungen.






Viewpoint Ausgabe 02/2006 Carl Zeiss Meditec

Femtosekundenlaser-Therapie der Augenlinse

– ein Projekt mit außerordentlichem Potenzial

Carl Zeiss Meditec beteiligt sich bei der Forschungsinitiative SOMIT (Sanftes Operieren mit innovativer Technik), an einem innovativen Verbundprojekt, das vom "OphthalmoInnovation Thüringen e.V." koordiniert wird. SOMIT wurde vom Bildungsministerium für Bildung und Forschung ins Leben gerufen. Unser Unternehmen ist fachlicher Koordinator und hauptsächlicher industrieller Endnutzer der Forschungsergebnisse.

Das Projekt hat zum Ziel, eine neue Therapie zur Behandlung der Presbyopie (Altersweitsichtigkeit) zu entwickeln. Die Presbyopie ist die bei weitem häufigste Fehlsichtigkeit, die bis heute keiner befriedigenden dauerhaften Korrektur zugänglich ist. Mit zunehmendem Alter kann man nicht mehr auf verschiedene Entfernungen fokussieren, eine Lesebrille wird fällig. Als Ursache wird hauptsächlich die Verhärtung der Linse angesehen.

Alle bisherigen Versuche, eine operative Therapie der Presbyopie zu entwickeln, haben bislang zu keiner klinisch etablierten Methode geführt. Im Tierversuch gibt es Anhaltspunkte für eine Möglichkeit, mit Niedrigenergie-Femtosekundenlaser-Impulsen (fs-Laser) die Elastizitätsveränderungen der Augenlinse therapeutisch minimalinvasiv zu beeinflussen. Mit fs-Laserimpulsen können im Linseninneren sowohl im Tierversuch als auch bei verärteten menschlichen Linsen Schnitte erzeugt werden, die die Elastizität der Linse wieder erhöhen. Eine entsprechende Therapieplanung erfordert vorab nicht nur eine komplexe theoretische Berechnung der optischen, sondern insbesondere der mechanischen Eigenschaften des Auges. Weiterhin werden angepasste Diagnoseinstrumente zur Untersuchung der Linsengeometrie und Akkommodationsdynamik benötigt, um den individuellen chirurgischen Eingriff planen und bewerten zu können. Dazu werden die Diagnosesysteme Wasca® Analyzer, ACMaster® und Visante OCT modifiziert und in den Projektkliniken eingesetzt. Eine nichtinvasive Behandlung der Altersweitsichtigkeit könnte damit möglich werden. Zur umfassenden Bearbeitung dieser ehrgeizigen Aufgabe ist ein multidisziplinäres Team notwendig.


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Ziel des Verbundprojektes ist es, gemeinsam mit 13 Partnern innerhalb von fünf Jahren einen innovativen medizinischen Prototyp auf der Basis der fs-Technologie zu entwickeln und erstmals auch klinisch zu testen. Insgesamt wird das Projekt mit 8,4 Millionen Euro vom Bund gefördert.


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Die ersten Forschungsergebnisse nach einem Jahr Projektlaufzeit werden Ende des Jahres in einer Studie veröffentlicht. Bisher wurden Berechnungen zur Mechanik und Optik der Augenlinse durchgeführt. Ein Apparat zur Erfassung der Kräfte der Ziliarmuskulatur während der Akkommodation ist im Institut für Angewandte Physik der Friedrich-Schiller Universität installiert und liefert Messdaten bezüglich der Erhöhung der Flexibilität der Augenlinse bei der Femtosekundenlaser-Therapie. In zwei bis drei Jahren sind erste klinische Untersuchungen geplant. Die Fachzeitschrift "Der Ophthalmologe" wird im Dezember 2006 eine Sonderausgabe zur Anwendung des Femtosekundenlasers in der Ophthalmologie herausgeben und diese Studie veröffentlichen.

Dr. Manfred Dick

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Viewpoint 02/2006

Interessante Weiterbildungsveranstaltung für Augenärzte

Gemeinsam mit der Carl Zeiss Meditec AG hat OphthalmoInnovation Thüringen am 12. Juli 2006 eine Weiterbildung für Augenärzte zum Thema "Theorie der Optischen Kohärenz-Tomografie – Technick, klinische Fallbeispiele und thematische Gruppenarbeit" (OCT) durchgeführt. Die Veranstaltung wurde von der Landesärztekammer zertifiziert und mit fünf Punkten für die gesetzlich vorgeschriebenen Weiterbildungen von Ärzten bewertet.

Hauptreferent der gut besuchten Veranstaltung war der "Vater der OCT-Technologie", Prof. Dr. Adolf Friedrich Fercher von der Universität Wien. Gemeinsam mit Privatdozent Dr. Michael Blum vom HELIOS Klinikum Erfurt konnte ein äußerst interessanter Nachmittag für Thüringer Ärzte sowie interessierte Naturwissenschaftler und Ingenieure gestaltet werden. Die Einführung zur Theorie der Optischen Kohärenz-Tomografie und ihre Umsetzung in hoch innovative ophthalmologische Diagnosetechnik wurde von Prof. Fercher gegeben. Er erläuterte anschaulich die physikalischen Gesetzmäßigkeiten auch für Nicht-Physiker und machte so den Ärzten die OCT-Technologie verständlich.


Dr. Blum referierte über die Darstellung des klinischen Bildes an Hand ausgewählter Fallbeispiele bei Netzhauterkrankungen. Sehr anschaulich konnten bekannte Diagnosen aus der Fluoreszenz-Angiografie der 3D-OCT-Technologie gegenübergestellt sowie der diagnostische Zugewinn für den Mediziner herausgearbeitet werden.

Praktische Übungen am Stratus OCT, am IOLMaster® sowie am Visante OCT rundeten die Veranstaltung ebenso ab wie der Dialog mit den Mitarbeitern von Carl Zeiss Meditec und OphthalmoInnovation Thüringen.

Volker Wiechmann/OphthalmoInnovation




Das Kompetenzzentrum der Medizintechnik OphthalmoInnovation Thüringen stellte auf dem VDE-Kongress vom 23. - 25.10.2006 Ergebnisse der Forschungsprojekte vor: Management & Krankenhaus vom November 2006

Kompetenzzentren für Medizintechnik erfolgreich
Bundesministerin Annette Schavan zieht positive Bilanz

Die bundesdeutschen Kompetenzzentren für Medizintechnik leisten erfolgreiche Arbeit bei der Transformation neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Praxis – so die überaus positive Bilanz, die Annette Schavan, Bundesministerin für Bildung und Forschung, anlässlich einer Festveranstaltung für die Kompetenzzentren Ende Oktober zog.

Acht Zentren waren im Jahr 2000 aus einem Wettbewerb des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) hervorgegangen. Mit der German Medical Technology Alliance (GMTA) haben sie sich ein deutschlandweit einmaliges Netzwerk medizintechnischer Kompetenzen geschaffen, das auch über den fünfjährigen Förderungszeitraum hinaus Bestand haben wird.
„Ziel des damaligen Wettbewerbs war es, mit Hilfe der Kompetenzzentren universitäre und außer-universitäre Forschung zu verknüpfen und die Ergebnisse dieser Forschungsarbeit für Kliniken und Industrie, d.h. für die gesamte Gesundheitswirtschaft nutzbar zu machen“, erläutert Dr. Robert Farkas, Geschäftsführer des Aachener Kompetenzzentrums Medizintechnik und Vorstandsvorsitzender der GMTA. „Seit ihrer Gründung haben die Zentren in ihren jeweiligen Kompetenzbereichen sehr gute Forschungsarbeit geleistet. Sie haben neue Projekte akquiriert, und sie vertreiben zum Teil bereits eigene Produkte oder stehen unmittelbar vor einer Vermarktung.“
Mittlerweile gilt die 2004 von den Kompetenzzentren gegründete German Medical Alliance (GMTA) als deutschlandweit einzigartiges Netzwerk von Kompetenzen in Sachen Medizintechnik. Die derzeit acht Mitgliedszentren profitieren vom Know-how ihrer Allianz-Partner sowie von Synergien, die sich aus der Vernetzung der verschiedenen Technologiefelder ergeben und neue Wege für innovative Produkte eröffnen. Die GMTA versteht sich als Leistungsverbund, der in Ergänzung zu den Aktivitäten jedes einzelnen Zentrums die gemeinsamen Interessen aller Mitglieder vertritt.
„Zudem werden wir mit der GMTA verstärkt das von unseren Mitgliedern an der Schnittstelle zwischen Forschung und Wirtschaft erworbene Transformations-Know-how nutzen, um es in Form konkreter Dienstleistungen zu vermarkten“, so Dr. Farkas weiter. „Längst sind wir auch ein gefragter Ansprechpartner für mittelständische Unternehmen aus dem In- und Ausland, für potentielle Investoren und andere Gesundheitseinrichtungen. Sie alle unterstützen wir bei der Realisierung medizintechnischer Projekte mit maßgeschneiderten Informationen und praxisnaher Beratung.“
In ihrem Grußwort zur Festveranstaltung anlässlich des Übergangs der Kompetenzzentren für Medizintechnik in die Selbständigkeit unterstrich Annette Schavan, Bundesministerin für Bildung und Forschung, die vorbildliche Rolle der Zentren bei der Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft. – Der Transfer zwischen Forschung und Praxis sei nur dann möglich, wenn sowohl technologieübergreifende und interdisziplinäre Vernetzungen als auch Vernetzungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette geschaffen werden.
„Die Kompetenzzentren für die Medizintechnik, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, haben sich in den vergangenen Jahren diesen vielfältigen Herausforderungen gestellt. Durch ihren Zusammenschluss im Jahr 2004 zur GMTA – German Medical Technology Alliance sind sie noch konkurrenzfähiger geworden“, so die Ministerin. „Ich freue mich über die positive Entwicklung – vor allem aber darüber, dass sich für die meisten der acht Zentren eine langfristige Perspektive auch nach Ablauf der Unterstützung durch das BMBF abzeichnet.“
Auf breite Resonanz stieß neben der Festveranstaltung auch die Messe-Präsentation der Zentren im Rahmen der Industrieschau zum Kongress des Verbandes der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE). Die GMTA sowie die acht Kompetenzzentren präsentierten hier ihre zukunftsweisenden Ansätze sowie Entwicklungen für die Medizintechnik von morgen.

www.gmta.de
Martin Schaarschmidt, Berlin





Uni-Journal Jena 10/06

Für den richtigen Durchblick sorgen
Physiker an Kooperationsprojekt zur Bestimmung der Sehschärfe beteiligt

Bessere Brillen dank neuer Technik für den Sehtest - das ist das Ziel des Kooperationsprojektes, an dem sich Prof. Kowarschik beteiligt.

Kontakt:
Tel.: 03641/947651
Fax: 03641/947652
E-Mail: richard.kowarschik@uni-jena.de


Mehr als die Hälfte der Deutschen braucht eine Brille. Bei den meisten von ihnen sind Fehler des Augapfels für die Fehlsichtigkeit verantwortlich, die sich aber in der Regel durch eine Brille gut korrigieren lassen. Hinzu kommen jedoch Abweichungen der Augenlinse und der Hornhaut von der idealen Form. "Diese Störungen verhindern eine optimale Fokussierung der Lichtstrahlen auf der Netzhaut und erzeugen ebenfalls einen undeutlichen Sinneseindruck", erklärt Prof. Dr. Richard Kowarschik, Direktor des Insituts für Angewandte Optik der Universität Jena. "Diese Abweichungen lassen sich mit einem Standard-Brillenglas aber in der Regel nicht korrigieren".
Ob sich durch eine Brille das Sehvermögen tatsächlich verbessert, wissen Arzt und Patient zumeist erst, wenn die Brille oder die Kontaktlinsen bereits angefertigt sind. Das wollen Prof. Kowarschik und seine Kollegen nun ändern. Gemeinsam mit Wissenschaftlern der Fachhochschule Jena und des Kompetenzzentrums für Medizintechnik "OphthalmoInnvoation e.V." beteiligten sie sich im vergangenen Jahr mit einem Projektantrag am Innovationswettbewerb des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) zur Förderung der Medizintechnik - und zählten zu den Gewinnern. Ihr Projekt wird nun seit 1.Juli für drei Jahre durch das BMBF mit rund 300000 Euro gefördert. Darüber hinaus unterstützt die Carl Zeiss Meditec AG das Projekt mit einer Gerätespende in Höhe von 20000 Euro.

Spiegel "glättet" raue Linse

"In dem Kooperationsprojekt wollen wir ein neuartiges Sehtestgerät entwickeln, mit dem sich die Korrektur der Sehschärfe bereits vor der Fertigung einer Sehhilfe simulieren lässt", so Projektleiter Kowarschik. Kern der Neuentwicklung wird ein so genannter adaptiver Spiegel sein, der in das Messgerät zur Bestimmung der Sehschärfe integriert ist. Dieser Spiegel gleicht die Unregelmäßigkeiten der Augenlinse und der Hornhaut bereits während der Untersuchung aus. "So erhält der Arzt vom Patienten eine unmittelbare Rückmeldung, ob die vorgenommene Einstellung die Sehschärfe verbessert", unterstreicht Prof. Kowarschik. Ein weiterer Vorzug des neuen Sehtestgerätes wäre, dass die Unregelmäßigkeiten von Augenlinse und Hornhaut bei der Herstellung der Brillen besser berücksichtigt werden könnten. "Erste Versuche zeigen, dass sich so neben der Sehschärfe auch das subjektive Sehempfinden deutlich verbessern lassen", weiß Volker Wiechmann, Geschäftsführer des "OphthalmoInnovation e.V." "Dies würde zu einer besseren Nachtsicht und einer geringeren Blendempfindlichkeit der Betroffenen führen."

US



Ein Projekt des Instituts für Biomedizinische Technik der TU Ilmenau

(Mitantragsteller OphthalmoInnovation Thüringen) ist eines der Gewinner beim "Innoprofile-Wettbewerb" des BMBF und wird in den nächsten drei Jahren mit ca. 3 Millionen Euro gefördert.

Thüringer Allgemeine vom 24. August 2006

Forschung fürs Auge
Biomediziniker und Informatiker der TU Ilmenau wollen für genauere Diagnosemöglichkeiten sorgen

Forschung für Auge ist ein Spezialgebiet an der TU Ilmenau. Ansehnlich muss das Ergebnis allerdings höchstens aus wissenschaftlicher Sicht werden – es geht schließlich ums Sehen und nicht ums Aussehen.

Von Thomas BECKER

ILMENAU
Frohe Kunde kam in der vergangenen Woche aus Berlin. Das Bundesforschungsministerium gab die Projekte bekannt, die im Rahmen des „InnoProfile“-Wettbewerbes in den kommenden drei Jahren mit Millionenbeträgen gefördert werden. Dazu gehört auch ein Projekt des Instituts für Biomedizinische Technik an der TU Ilmenau. „Das war schon eine positive Überraschung. Die Förderung gibt uns die Möglichkeit, ein Projekt zu starten, zu dem es schon umfangreiche Vorarbeiten gibt“ erklärte Institutsleiter Prof. Jens Haueisen auf Anfrage dieser Zeitung.
Jetzt steht als erste Aufgabe bevor, die Nachwuchsforschergruppe auf die Beine zu stellen, die in den kommenden drei Jahren die knapp drei Millionen Euro sinnvoll und erfolgreich umsetzen soll. Das personelle Grundgerüst steht, Dr. Uwe Graichen wird wohl die Leitung übernehmen, da er zum einen bereits jetzt auf dem Gebiet forscht, die wissenschaftlichen und organisatorischen Voraussetzungen mitbringt und jung genug ist. Dabei ist der Begriff „Nachwuchsforschergruppe“ etwas irreführend, 35 ist die Altersgrenze, es handelt sich also durchaus um Wissenschaftler mit universitärem Abschluss. Sieben Personen wird die interdisziplinär zusammengesetzte Gruppe umfassen, Biomedizintechniker und Informatiker sollen hier an einem Strang ziehen. Ziel der Arbeit ist es, Diagnosetechnologien der Augenheilkunde so zu verknüpfen, dass eine ganzheitliche Diagnose gestellt werden kann. Bisher ist es so, dass einzelne Messergebnisse gesammelt und dann nebeneinander bewertet werden. Ziel ist es, die Ergebnisse so zu gestalten, dass sie schon für die nächste Messung Hinweise bieten, um somit eine genauere Diagnose ohne größeren Messaufwand zu erhalten. „Das Ganze ist mehr als die Summe der Teile“, beschreibt Jens Haueisen die Grundlage, auf der die Forschung basieren soll. „Die Idealvariante wäre ein Gerät für alles, das wird aber mit diesem Projekt sehr wahrscheinlich nicht zu erreichen sein“. Dabei bleibt das Projekt aber nicht bei der Verknüpfung der Software stehen, zur Aufgabenstellung gehört es auch, neue Verfahren zu entwickeln und eine neue Projektionsart in ein vorhandenes Messsystem zu integrieren. Ziel von „InnoProfile“ ist es, nicht nur Grundlagenforschung zu unterstützen, sondern gemeinsame Projekte von jungen Forschern und regionaler Wirtschaft in den neuen Ländern zu befördern. Im konkreten Projekt bedeutet das, dass die TU Ilmenau mit der Carl Zeiss Meditec AG und der Imedos GmbH Jena sowie der neuroConn GmbH in Ilmenau eng zusammenarbeitet, um die Projektergebnisse auch in die Praxis umsetzten zu können. „Wir sind sehr glücklich darüber, dass unser Antrag genehmigt wurde. Im Idealfall kann man ein Projekt um Mitarbeiter herumstricken. Hier ist ein solcher Fall gegeben, wo es eine sehr gute Fortsetzung der Arbeiten am Institut mit den Mitarbeitern dahinter gibt.“, freut sich Jens Haueisen, denn „entscheidend für den Erfolg sind die Mitarbeiter“.


Technology Review August 2006

Innovationsstandort: Thüringen
Die Zukunft im Auge

Deutschland ist in allen strategischen Zukunftsfeldern bestens aufgestellt. Mit der Initiative kompetenznetze.de bietet das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie herausragenden Innovationsclustern die Möglichkeit, sich mit ihrem Leistungsprofil der Öffentlichkeit vorzustellen, national wie international. So wird die Attraktivität des Innovationsstandorts Deutschland sichtbar.

Dass es vier Kompetenznetze in der relativ kleinen Technologie-Region Jena, Erfurt, Ilmenau gibt, hat für André H.R. Domin, den Geschäftsführer von Bioinstruments Jena mit der „Tiefe der Kompetenzhistorie“ zu tun, und diese mit drei Protagonisten, mit Ernst Abbe, dem Physiker, Friedrich Otto Schott, dem Chemiker und Carl Zeiss, dem Unternehmer. Des letzteren Firma hat zwar seit 1990 den Großteil ihrer Arbeitsplätze verloren, aber Kompetenz und Fama seine geblieben, sagt auch Volker Wiechmann, Geschäftsführer der OphthalmoInnovation Thüringen. „Wir sind ein Magnet für junge Leute.“ In Jena werde „gedacht, geforscht, konfektioniert und verkauft.“ Rund ums Auge sei ein ideales Umfeld für Startups entstanden. „Dass ein Unternehmen mit nur 230 Mitarbeitern Weltmarktführer“ sei, ist, so Nora Kirsten, Kommunikationschefin bei Optonet, „hier nichts besonderes.“ Und die Absolventen der zuliefernden Hochschulen, vor allem des Studienganges Laser- und Optotechnologien (LOT) seien weltweit umworben. Im ganzen Innovationsbereich, so Bertram Harendt, Geschäftsführer des Applikationszentrums Ilmenau und Bereichsleiter Technologie der LEG Thüringen, sei die Zukunftsfähigkeit des Standorts gesichert, es werde für den Nachwuchs an Fachkräften gesorgt, diese werden beschäftigt, und es bestehe hohe Mobilität. Natürlich sei es das Ziel, so Harendt, dies über das Erbe der Herren Abbe, Schott und Zeiss auszubauen, aber das bleibe ein schwieriges Unterfangen.

INTERVIEW

Moderne Optik

kompetenznetze.de: Herr Minister, im Herzen Ihres Landes, der Technologieregion Erfurt, Jena, Ilmenau, gibt es vier Kompetenznetze. Wussten Sie das, wundert Sie das?
Jürgen Reinholz: Wissen ja, bewundern auch ja. Die vier Kompetenznetze machen gute Arbeit, sie haben international einen hervorragenden Ruf.
Von „technologischer Tiefe“ spricht man vor Ort und meint damit vor allem das Erbe von Abbe, Zeiss und Schott. Wie tragfähig ist dies als Grundlage?
Reinholz: Sehr. Optik ist eine Schlüssel- und Querschnittstechnologie des 21.Jahrhunderts und Grundlage für zahllose technologische Entwicklungen und wirtschaftliche Anwendungen der Zukunft.
Vom Auge, der Optik, allein kann man nicht leben. Welche anderen Technologien haben in Thüringen eine Zukunft?
Reinholz: Automotive, Solarindustrie und Kunststoffindustrie. Außerdem werden die Nanotechnologie und die Materialforschung gefördert.

HIGHLIGHTS

1. Das Bundeswirtschaftsministerium hat für Thüringen zwei Netzwerkprojekte bestätigt. Das Projekt VIP-Prothetik betrifft die Schnittstellen von Implantaten. Das Konzept BIO – H2 den Aufbau eines Biowasserstoff-Kompetenzzentrums in Jena.
2. Ein Testgerät des Kompetenzzentrums „OphthalmoInnovation Thüringen“ für die Sehschärfe ist Gewinner des Innovationswettbewerbs. Bislang wurden Veränderung des Augapfels erkannt, das neue Gerät erkennt auch Unebenheiten von Hornhaut und Linse.
3. In der Ophthalmologie hat sich die Laserchirurgie zur Korrektur von Fehlsichtigkeiten etabliert. Aberrationen höherer Ordnung waren jedoch nicht therapierbar, weil nicht zu diagnostizieren. Anhand der aus einem Wellenfront-Aberrometer errechneten Daten ist das jetzt möglich.
4. Messsysteme mit atomarer Auflösung gehören zu den Schlüsselbereichen der Nanotechnologie. Das Kompetenznetz Bildverarbeitung Thüringen hat eine 3D-Nanomess-und-Positioniermaschinen mit 0.1 nm Auflösung und 350x350x5 mm3 Messvolumen entwickelt.

INFOS & LINKS

Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen
www.leg-thueringen.de
Stiftung für Technologie, Innovation und Forschung Thüringen (STIFT)
www.stift-thueringen.de
Thüringen innovativ GmbH
www.thueringen-innovativ.de   www.denken-willkommen.de
Kompetenznetze BioRegio Jena e.V.
domin@bioinstrumente-jena.de   www.bioinstrumente-jena.de
KN Bildverarbeitung Thüringen karl-heinz-franke@tu-ilmenau.de   www.zbs-ilmenau.de
Kompetenzzentrum OphthalmoInnovation
kompetenz@ophthalmoinnovation.de   www.ophthalmoinnovation.de
Kompetenznetz Optische Technologien OptoNet e.V.
nora.kirsten@optonet-jena.de   www.optonet-jena.de

Projektträger des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie für die Initiative kompetenznetze.de ist:

Geschäftsstelle kompetenznetze.de c/o F.A.S.T. Gesellschaft für angewandte Softwaretechnologie mbH, Arabellastr. 17, 81925 München, Telefon 089/89052-111, Telefax: 089/89052-222; E-Mail: info@kompetenznetze.de, www.kompetenznetze.de





Hallo Jena zum Sonntag vom 05. August 2006

Bevor die Brille angefertigt wird

Bund fördert Kooperationsprojekt der FSU zur Augenforschung

(Jena) Mehr als die Hälfte der Deutschen braucht eine Brille. Bei den meisten von ihnen sind Fehler des Augapfels für die Fehlsichtigkeit verantwortlich, die sich aber in der Regel durch eine Brille gut korrigieren lassen. Hinzu kommen jedoch Abweichungen der Augenlinse und der Hornhaut von der idealen Form. „Diese Störungen verhindern eine optimale Fokussierung der Lichtstrahlen auf der Netzhaut und erzeugen ebenfalls einen undeutlichen Sinneseindruck“, erklärt Prof. Dr. Richard Kowarschik, Direktor des Instituts für Angewandte Optik der Friedrich-Schiller-Universität Jena. „Diese Abweichungen lassen sich mit einem Standard-Brillenglas aber in der Regel nicht korrigieren“.
Ob sich durch eine Brille das Sehvermögen tatsächlich verbessert, wissen Arzt und Patient zumeist erst, wenn die Brille oder die Kontaktlinsen bereits angefertigt sind. Das wollen Prof. Kowarschik und seine Kollegen an der Universität Jena nun ändern. Gemeinsam mit Wissenschaftlern der Fachhochschule Jena und des Kompetenzzentrums für Medizintechnik „OphthalmoInnovation e.V.“ beteiligten sie sich im vergangenen Jahr mit einem Projektantrag am Innovationswettbewerb des Bundesforschungsministeriums (BMBF) zur Förderung der Medizintechnik – und zählten zu den Gewinnern. Ihr Projekt wird nun seit 1. Juli für drei Jahre mit rund 300.000 Euro gefördert. Darüber hinaus unterstützt die Carl Zeiss Meditec AG das Projekt mit einer Gerätespende in Höhe von 20.000 Euro.
„In dem Kooperationsprojekt wollen wir ein neuartiges Sehtestgerät entwickeln, mit dem sich die Korrektur der Sehschärfe bereits vor der Fertigung einer Sehhilfe simulieren lässt“, so Projektchef Kowarschik. Kern der Neuerung wird ein so genannter adaptiver Spiegel sein, der in das Messgerät zur Bestimmung der Sehschärfe – den Phoropter – integriert ist. Dieser Spiegel gleicht die Unregelmäßigkeiten der Augenlinse und der Hornhaut bereits während der Untersuchung aus. So erhalte der Arzt vom Patienten eine unmittelbare Rückmeldung, ob die vorgenommene Einstellung die Sehschärfe verbessere. Die Unregelmäßigkeiten der Augenlinse und der Hornhaut könnten bei den Brillen besser berücksichtigt werden. „Erste Versuche zeigen, dass sich so nicht nur Sehschärfe, sondern vor allem das subjektive Sehempfinden deutlich verbessern lässt“, weiß Volker Wiechmann, Geschäftsführer des „OphthalmoInnovation e.V.“.


OTZ vom 03. August 2006

Vorher wissen, wie die Brille wirkt

Bundesministerium fördert Kooperationsprojekt der Uni Jena zur Sehschärfe-Bestimmung

Jena (OTZ). Ein Projekt von Forschern der Uni Jena zur genaueren Bestimmung der Sehschärfe wird vom Bundesbildungsministerium mit rund 300000 Euro gefördert.
Wie die Hochschule mitteilte, arbeiten in dem Projekt Wissenschaftler des Instituts für Angewandte Optik, der Fachhochschule Jena und des Kompetenzzentrums für Medizintechnik „OphthalmoInnovation e.V.“ zusammen. Es gehe um die Entwicklung eines Sehtestgeräts, mit dem sich die Korrektur der Sehschärfe bereits vor der Fertigung einer Sehhilfe simulieren lässt. Dies sei insbesondere bei Patienten, bei denen Linse oder Hornhaut nicht die ideale Form haben, wichtig.
„Diese Abweichungen lassen sich mit einem Standard-Brillenglas in der Regel nicht korrigieren“, erklärte Prof. Dr. Richard Kowarschik, Direktor des Instituts für Angewandte Optik und Projektleiter. Kern des zu entwickelnden Gerätes werde ein so genannter adaptiver Spiegel sein. Dieser gleiche die Unregelmäßigkeiten der Augenlinse und der Hornhaut bereits während der Untersuchung aus. „So erhält der Arzt vom Patienten eine unmittelbare Rückmeldung, ob die vorgenommene Einstellung die Sehschärfe verbessert“, sagte Kowarschik.
Ein weiterer Vorzug wäre, dass die Unregelmäßigkeiten bei der Herstellung der Brillen besser berücksichtigt werden könnten. So könne sich nicht nur die Sehschärfe, sondern vor allem das subjektive Sehempfinden deutlich verbessern. Für Betroffene bedeute dies eine bessere Nachtsicht und eine geringere Blendempfindlichkeit.
Neben dem Bundesministerium unterstützt die Carl Zeiss Meditec AG das Projekt mit einer Gerätespende in Höhe von 20000 Euro.


TLZ vom 25. Juli 2006

Spiegel gleicht Abweichungen aus

Fördermittel für Kooperationsprojekt

Jena (tlz) Bei den meisten Menschen, die eine Brille brauchen, sind Fehler des Augapfels für die Fehlsichtigkeit verantwortlich, die sich in der Regel durch eine Brille gut korrigieren lassen. Hinzu kommen aber Abweichungen der Augenlinse und der Hornhaut von der idealen Form. Ob sich durch eine Brille das Sehvermögen tatsächlich verbessert, wissen Arzt und Patient zumeist erst, wenn Brille oder Kontaktlinsen bereits fertig sind. Das wollen Wissenschaftler der Uni Jena gemeinsam mit Kollegen der Fachhochschule und des Kompetenzzentrums für Medizintechnik „OphthalmoInnovation e.V.“ ändern. In einem Projekt, das vom Bundesforschungsministerium und der Carl Zeiss Meditec unterstützt wird, soll ein neues Sehtestgerät entwickelt werden, mit dem sich die Korrektur der Sehschärfe bereits vor der Fertigung einer Sehhilfe simulieren lässt. Kern der Neuentwicklung wird ein so genannter adaptiver Spiegel sein, der in das Messgerät zur Sehschärfenbestimmung integriert ist. Dieser Spiegel gleicht die Unregelmäßigkeiten der Augenlinse und der Hornhaut bereits während der Untersuchung aus.





Handelsblatt vom 07. Juni 2006

Augenkrankheiten früh erkennen
Jenaer Kompetenzzentrum entwickelt Medizintechnik für die Augenheilkunde.


Augenzentrum

Funktionsdiagnostik
OphthalmoInnovation in Jena entwickelt mit seinen Partnern neue medizinische Geräte, Methoden und Verfahren zur objektiven Funktionsdiagnostik des Sehens sowie für die Lasertherapie in der Augenheilkunde. Unter dem Motto "Forschung und Service für die Augenheilkunde" vernetzt das Zentrum Grundlagenforschung, angewandte Forschung, industrielle Umsetzung und medizinische Applikation. OphthalmoInnovation gehört der Allianz der acht deutschen Kompetenzzentren der Medizintechnik an.

Erkrankungen
Je älter die Menschen werden, desto stärker wird ihr Sehvermögen durch Augenerkrankungen bedroht. In den Industriestaaten erblinden die meisten Menschen an Erkrankungen der Netzhaut (30%), gefolgt vom Glaukom (11%). Weltweit ist noch immer der Graue Star die wichtigste Ursache von schwerer Sehbehinderung und Erblindung. Seine Operation ist der häufigste und dadurch auch insgesamt der kostenträchtigste chirurgische Eingriff.

Jenaer Kompetenzzentrum entwickelt Medizintechnik für die Augenheilkunde.

"Ich glaube, dass es wichtig ist, große Forschungsprojekte von einer übergreifenden Stelle aus zu koordinieren, denn allein können zukunftsfähige Entwicklungen kaum noch in die Praxis umgesetzt werden. Dafür sind Netzwerke oder Cluster notwendig", sagt Volker Wiechmann, Geschäftsführer des Medizintechnik - Kompetenzzentrums OphthalmoInnovation (OIT) Jena. "In Thüringen haben wir mit dem Aufbau solcher Strukturen schon zeitig begonnen." Initialzündung war ein Wettbewerb des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Jena wurde damals als einziges ostdeutsches Netzwerk ausgewählt: "Basierend auf einer langjährigen feinmechanisch - optischen Tradition, hat sich in der Region Jena - Illmenau - Erfurt eine einzigartige Bündelung wissenschaftlicher, technologischer und industrieller Kompetenz entwickelt", hieß es in der Begründung.
Das Jenaer Kompetenzzentrum für Medizintechnik arbeitet vor allem an innovativen Produkten und Dienstleistungen für die Ophthalmologie, die Augenheilkunde. "Zum Beispiel die Altersfehlsichtigkeit", erläutert Wiechmann, "sie erwischt jeden um die 50, denn mit den Jahren geht die Dynamik der Augen zurück, die Nah- und Fernsicht einzustellen. Bisher sind die ärztlichen Mittel begrenzt. Aber es gibt Chancen, dass man bald besser etwas dagegen unternehmen kann." Die Jenaer hoffen, diese Volkskrankheit möglicherweise per Laser - Farbapplikation heilen zu können. "Wenn das gelingt, wäre das ein Quantensprung in der Medizintechnik wie die Entwicklung der Kontaktlinsen", betont Wiechmann.

Geräte aus dem Ideenportfolio sind schon weltweit im Einsatz

Ein anderes Vorhaben konzentriert sich auf die Diagnostik. Durch Zellinformationen und Durchblutungsdiagnostik wollen die Ärzte Krankheiten frühzeitig erkennen und so schon vorbeugend eingreifen, bevor überhaupt Schädigungen am Auge auftreten. "Auch das wäre eine neue Qualität in der Medizin, denn bisher kann man nur Symptome behandeln", so wiechmann.
Andere Geräte aus dem Ideenportfolio sind schon weltweit im Einsatz: beispielsweise der "IOL (Intra - Okulare - Linsen) - Master" der Zeiss Meditec AG in Jena, der für die Kunstlinsen die Augen - Parameter des Patienten in Sekundenschnelle vermisst, oder der "WASCA - Analizer", der Erfolgsaussichten von Laserbehandlungen optimiert. Bei all seinen Projekten arbeitet das Zentrum eng mit Partnern aus Industrie und Wissenschaft zusammen. Für klinische Kompetenz steht die Augenklinik der Friedrich Schiller Universität Jena. Kooperationen mit Medizintechnikherstellern und Medizinern bringen auch die Technische Universität Illmenau und das Fraunhofer Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik mit. Integriert sind neben der Carl Zeiss Meditec, dem weltweit führenden Medizintechnik - Anbieter von Systemlösungen für die Augenheilkunde, auch kleine und mittelständische Unternehmen wie die Imedos GmbH, die Doms Medizintechnik GmbH oder die 880JenLab GmbH.
Medizintechnik hat in Thüringen Tradition: wegbereiter waren im 19. Jahrhundert Carl Zeiss und Ernst Abbe, die die Region Jena zum Zentrum der optischen Industrie in Deutschland machten. Heute zählt die Medizintechnikbranche im Freistaat mit etwa 200 Unternehmen zu den umsatzstärksten Industriezweigen. Mit einem Anteil von 2,2 Prozent am Umsatz der gesamten deutschen Medizintechnikbranche liegt sie, bezogen auf die Einwohner- und Beschäftigtenzahl, über dem bundesdeutschen Durchschnitt.

Brigitte Pfüller, Jena


Festveranstaltung Kompetenzzentren der Medizintechnik

Kompetenzzentren für Medizintechnik erfolgreich: BMBF zieht positive Bilanz

In ihrem Grußwort zur Festveranstaltung anlässlich des Übergangs der Kompetenzzentren für Medizintechnik in die Selbständigkeit unterstrich Annette Schavan, Bundesministerin für Bildung und Forschung, die vorbildliche Rolle der Zentren bei der Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft. – Der Transfer zwischen Forschung und Praxis sei nur dann möglich, wenn sowohl technologieübergreifende und interdisziplinäre Vernetzungen als auch Vernetzungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette geschaffen werden.

Auf breite Resonanz stieß neben der gut besuchten Festveranstaltung am 23. Oktober in Aachen auch die Messe-Präsentation der Zentren im Rahmen des 3-tägigen Kongress des Verbandes der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e. V. (VDE). OphthalmoInnovation Thüringen als Mitglied der German Medical Technology Alliance – GMTA - präsentierte hier seine Forschungsergebnisse sowie zukunftsweisenden Ansätze und Entwicklungen für die Medizintechnik von Morgen.
             
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Medica 2006
Wir waren auf der MEDICA 2006 vom 15. - 18. November 2006 in Düsseldorf.

Wir waren auf dem Stand des BMBF in Halle 3 Stand E92 vertreten.
Vertreter von OphthalmoInnovation Thüringen informierten dort gemeinsam mit dem BMBF über die Forschungsstrategie der Bundesregierung, neue Ausschreibungen, Projekte und deren praktische Umsetzung.





Weiterbildungsveranstaltung zum MPG

Thema:

"Medizinprodukte und QM-Systeme nach der Richtlinie 93/42/EWG / Ausgewählte Kapitel - FORTGESCHRITTENE"

OIT führte gemeinsam mit dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte BfArM und dem Landesamt für Mess- und Eichwesen Thüringen LMET eine Weiterbildungsveranstaltung zum Medizinproduktegesetz für Fortgeschrittene durch.

Kompetente Referenten gaben einen Überblick u.a. zu den Themen

Meldepflicht von "Vorkommnissen" im Zusammenhang
    mit Medizinprodukten

Anforderungen und Konsequenzen der DIN ISO 13485
    im Vergleich zur DIN ISO 9001 - für OEM und Finalproduzent


und standen für individuelle Fragen zur Verfügung.

Termin, Ort:
Mittwoch, den

18.Oktober 2006, 13.00 - ca. 16.30 Uhr

Technologie- und Innovationspark Jena
Wildenbruchstr. 15, 07745 Jena
Am Ende der Veranstaltung erhielt jeder Teilnehmer ein Teilnahmezertifikat.

Programm:
Programm (pdf-Datei ca. 117 KB)


104. Jahrestagung der DOG 2006
"Augenheilkunde in der alternden Gesellschaft"


OphthalmoInnovation war Aussteller auf der den DOG-Kongress begleitenden Industrieausstellung im Obergeschoss des Maritim-Kongresshotels Stand OG 50 vom
21. - 24. September 2006
in Berlin.

OphthalmoInnovation Thüringen informierte zu Verbundforschungsvorhaben, professioneller Projektsteuerung u.v.a.m..



Weiterbildungsveranstaltung für Augenärzte Im Rahmen unseres Weiterbildungsprogramms 2006 führten wie eine Weiterbildungsveranstaltung für Augenärzte zum Thema:

"Theorie der OCT-Technik,
praktische Applikation / Interpretation,
Ausblick auf künftige Entwicklung"

durch.


Referenten:
Prof. Dr. A. Fercher, Universität Wien;
PD Dr. M. Blum, HELIOS Klinikum Erfurt;

Termin, Ort:
Mittwoch, den

12. Juli 2006, 15.00 Uhr

im Gebäude der
Carl Zeiss Meditec AG
Göschwitzer Str. 51-52, 07745 Jena
Im Anschluss kleiner Imbiss mit Gelegenheit zum Dialog.

Diese Veranstaltung wurde von der Landesärztekammer Thüringen als Weiterbildungsveranstaltung zertifiziert und wurde mit 5 Punkten der Kategorie C anerkannt.





CHINA MED 2006


OphthalmoInnovation Thüringen, Partner der GMTA, organisierte einen Gemeinschaftsstand deutscher Medizintechnikhersteller zur CHINA MED 2006 vom 11. - 14. April 2006 in Beijing / V.R. China.



Weiterbildungsveranstaltung zum MPG





Gemeinsam mit dem Landesamt für Mess- und Eichwesen Thüringen führte OphthalmoInnovation eine Veranstaltung zum MPG für Einsteiger (oder auch zur Auffrischung vorhandenen Wissens) zum

Thema:

"Zertifizierung von Medizinprodukten und QM-Systemen nach der Richtlinie 93/42/EWG des Rates vom 14. Juni 1993 über Medizinprodukte"

durch.

Termin, Ort:
Donnerstag, den

23. März 2006, 13.00 - ca. 16.00 Uhr

Technologie- und Innovationspark Jena
Konferenzraum 3, Wildenbruchstr. 15, 07745 Jena
Am Ende der Veranstaltung erhielt jeder Teilnehmer ein Teilnahmezertifikat (LMET/OIT).

Programm:
Programm / Anmeldeformular (pdf-Datei ca. 96 KB)



MEDTEC 2006


Wir waren auf der MEDTEC 2006 vom 7. - 9. März 2006 in Stuttgart vertreten.

Sie fanden uns auf dem GMTA-Gemeinschaftsstand der Kompetenzzentren der Medizintechnik: Stand 2035.